Mi, 13. Dezember 2017

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26.06.2008 14:28

Google fünftgrößte Malwareschleuder

Das Anti-Malware-Projekt "StopBadware" hat einen Report veröffentlicht, demzufolge ausgerechnet im Netzwerk des StopBadware-Partners Google besonders häufig infizierte Websites zu finden sind. Die werden auf der von Google gekauften Plattform Blogger.com vermutet, wo Blogs offenbar als Schleudern missbraucht werden. In der "Hitparade" hat Google allerdings hinter vier chinesischen Netzwerken das Nachsehen. Überhaupt ist China die Malwareschleuder Nummer eins. Aber: "Malware ist ein globales Problem, das eine Zusammenarbeit quer über Industrien und Staatsgrenzen erfordert", warnt Jonathan Zittrain, StopBadware-Co-Direktor und Professor an der Harvard Law School.
Googles Safe Browsing Initiative lieferte die dem Report zugrunde liegenden Zahlen, die ausgerechnet Googles eigene Infrastruktur als stark Malware-belastet ausweist. Als Grund dafür wird Blogger vermutet: Die kostenlosen Blogs würden oft missbraucht, um auf Malware zu verlinken oder diese zu verteilen. Google verneint allerdings Nachlässigkeit: Man nehme Blogs mit bösartigem Inhalt zwar möglichst schnell vom Netz, sie blieben aber dennoch in der Liste der infizierten Seiten eingetragen, bis Googles Malwareerkennung die Gelegenheit zum erneuten Scan hat.


52 Prozent aller infizierten Websites in China

Insgesamt sind Ende Mai 2008 über 200.000 infizierte Websites aktiv im WWW gewesen. Davon befanden sich 52 Prozent allein in China, was laut StopBadware 689 bösartige Seiten pro einer Million Internetnutzer im Land entspricht. An zweiter Stelle folgen die USA, wo sich rund ein Fünftel aller infizierten Websites befindet. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass in China mehr als zwei Drittel der betroffenen Websites in nur drei Netzwerken zu finden sind, so StopBadware. In den USA dagegen kämen auf die drei am häufigsten infizierten Netzwerke nur ein Viertel der Badware-Webseiten. Warum genau einige chinesische Netze so stark verseucht sind, könne die Analyse laut StopBadware allerdings nicht erklären.


Report soll Zusammenarbeit stärken
StopBadware wolle mit dem Report keine Schuldzuweisungen treffen, betont Maxim Weinstein, Manager der Organisation. Stattdessen wolle man einen Dialog beginnen. "Wenn verschiedene Glieder in der Internet-Kette miteinander sprechen und Information teilen, führt das zu Lösungen. Diese wiederum machen das Internet sicherer für uns alle", meint Weinstein. Als Beispiel führt er das US-amerikanische Webhosting-Unternehmen iPowerWeb an. 10.000 infizierte Seiten wurden bei iPowerWeb bei einem ähnlichen Report im vorigen Jahr ausgewiesen, was diesmal für einen Platz in den Top 3 gereicht hätte. "Mit Unterstützung von StopBadware und Daten von Google konnte das Unternehmen die Seiten säubern und hat seine Server gegen neue Angriffe abgesichert", erklärt Weinstein. Nun sei iPowerWeb nicht einmal mehr unter den 250 am häufigsten infizierten Netzwerken.
(pte)
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