Sa, 18. November 2017

Waldbrände

10.07.2008 19:04

Tausende Menschen wegen Bränden evakuiert

Keine Atempause für tausende Feuerwehrleute im US-Bundesstaat Kalifornien: Mit einem massiven Einsatz aus der Luft und am Boden kämpften sie am Donnerstag gegen neu entfachte Flammen, um die Ortschaft Paradise vor der Zerstörung zu schützen. 10.000 Menschen, rund ein Drittel der Ortseinwohner, haben die Flucht ergriffen. 3.800 Häuser seien akut bedroht, berichtete die Zeitung "Sacramento Bee".

Über Nacht war es den Löschteams gelungen, das Überspringen der Flammen in einem Flusstal zu verhindern. Dichter Rauch erschwerte tagsüber den Einsatz von Löschflugzeugen. Nach knapp drei Wochen Kampf gegen die Brände hatten erschöpfte Feuerwehrleute zudem mit einer Sommerhitze von bis zu 40 Grad Celsius zu kämpfen.

"Ein Wunder, dass niemand verletzt wurde"
Rund fünfzig Wohnhäuser sind seit Dienstag 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sacramento abgebrannt. "Es war recht gefährlich", sagte Einsatzleiter Mike Brown dem "San Francisco Chronicle". "Es wundert mich wirklich, dass niemand verletzt wurde." Feuerwehrleute waren nachts von Haus zu Haus gegangen und hatten die Bewohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen.

Paradise war bereits Mitte Juni schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, als ein Buschfeuer dort 74 Häuser zerstörte. Eine Serie von Blitzschlägen löste dann am 21. Juni neue Brände aus, die am Donnerstag erst zu 45 Prozent eingedämmt waren. "Dies ist ein harter Kampf", sagte Einsatzleiter George Morris. "Wir werden noch eine Weile damit zu tun haben."

Buddhisten-Kloster nach drei Wochen geräumt
Auch an der Küste zwischen Carmel und Big Sur mussten Anwohner vor neu entfachten Bränden fliehen. Ein abgelegenes Buddhisten-Kloster im Hinterland, das dutzende Mönche fast drei Wochen gegen die Brände verteidigt hatten, wurde in der Nacht zum Donnerstag geräumt. Weiter südlich in Big Sur machten die Löschteams aber weiter Fortschritte. Sämtliche Anwohner durften in die Region zurückkehren, wo der Brand nun zu rund 30 Prozent eingedämmt war. Für Touristen und Durchreisende blieb das beliebte Ausflugsgebiet entlang Highway 1 auf halber Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco aber noch gesperrt.

Angesichts der extremen Hitze haben die Behörden in vielen Teilen Kaliforniens eine sogenannte "Rote Fahnen"-Warnung herausgegeben, um die Anwohner auf die große Brandgefahr hinzuweisen. "Die Luftfeuchtigkeit ist sehr gering, die Vegetation extrem trocken, das sind die besten Voraussetzungen für Feuerwetter", sagte Felix Garcia vom Nationalen Wetteramt der Zeitung "Sacramento Bee". "Wir haben es mit Bedingungen zu tun, die gewöhnlich erst Mitte August auftreten."

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