Di, 12. Dezember 2017

Millionenschäden

26.06.2008 14:59

Heftige Unwetter und "Weltuntergangsstimmung"

Keine Zeit zum Verschnaufen haben derzeit die steirischen Feuerwehren! Hunderte Männer (und Frauen) kämpften am Dienstagabend wieder gegen die Naturgewalten, nachdem in der Süd- und Oststeiermark sowie im Raum Graz schwere Unwetter gewütet hatten. Vor allem im Bezirk Radkersburg sind die Schäden enorm!

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Es war der Westen des Bezirks, der vom Unwetter mit voller Wucht getroffen wurde. Der Orkan, die heftigen Regengüsse und der Hagel vermittelten eine Stimmung wie beim Weltuntergang. "Der Sturm war so stark, dass er das ganze Wasser aus einem Swimmingpool gepeitscht hat!", berichtete einer der fast 300 Feuerwehrleute, die umgestürzte Bäume wegräumen und Keller auspumpen mussten.

In Edla und Nägelsdorf ging wegen kaputter Stromleitungen das Licht aus.

In Oberpurkla kann ein Pensionist von Glück sprechen, dass neben ihm Feuerwehrhauptmann Franz Haidacher wohnt. Der erzählte: "Ich habe gesehen, wie ein Blitz in die Garage des Nachbarn einschlug, und dann den Brand mit einem Feuerlöscher eingedämmt."

Im Leibnitz war das Schwarzautal und im Bezirk Feldbach die Gegend um Gnas am ärgsten betroffen, Unwetter auch im Bezirk Fürstenfeld. Und die Grazer Berufsfeuerwehr rückte in die Radegunder Straße aus, weil der Schöckelbach aus den Ufern trat.

Die Ernte ist dahin...
Das schwere Hagelunwetter Dienstagabend traf auch unsere Bauern "mitten ins Herz". Zumindest 2.000 Hektar Mais-, Getreide- und Obstkulturen wurden durch zum Teil golfballgroße Geschosse zerstört, viele Landwirte stehen jetzt vor dem finanziellen Ruin. 80 Prozent der Betroffenen sind hierzulande zwar versichert, allerdings dauert es oft Monate, bis die Gelder auch tatsächlich im Börsel der Bauern landen.

Finstere Wolken türmten sich Dienstagabend im Oberen Mürztal auf, ein Gewitter - so heftig, wie es nur selten vorkommt - braute sich hier zusammen. Über die Fischbacher Alpen bis zum Grazer Schöckl zog das Unwetter dann weiter, den Höhepunkt erreichte es in den Regionen Gleisdorf, Radkersburg und Leibnitz.

"Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter ausfallen können. Gerade jetzt befindet sich der Mais in der sensibelsten Wachstumsphase. 14 Tage später, und die Pflanzen sind so stark, dass sie nicht so leicht knicken." Hans Neubauer - bei einem ersten Lokalaugenschein auf seinem "umgepflügten" Feld in St. Peter am Ottersbach - ist verzweifelt.

"Durchbeißen"
50.000 Euro Schaden, so die erste Schätzung des Betroffenen, dürfte auf seinen Äckern entstanden sein. Was nun? "Durchbeißen", sagt Neubauer. An ein derart heftiges Gewitter erinnert sich in der kleinen Gemeinde im steirisch-slowenischen Grenzgebiet übrigens niemand.

"Unsere Mitarbeiter stehen im Dauereinsatz!", stöhnt parallel Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung. Bundesweit rechnet man mit einem Schadenswert von etwa 7,5 Millionen Euro, 12.500 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden insgesamt vernichtet. Den Vorwurf, dass die Betroffenen oft (zu) lange auf die Entschädigungszahlungen warten müssen, lässt Weinberger nicht gelten: "Nach derart heftigen Unwettern haben wir nur eine Priorität - rasche Hilfe."

von Peter Riedler und Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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