Mo, 11. Dezember 2017

"Fettbombe tickt"

24.06.2008 12:43

Australien ist die dickste Nation der Welt

Australien hat den USA offenbar den Rang als dickste Nation der Welt abgelaufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Baker IDI Heart and Diabetes Institute, laut der neun Millionen erwachsene Australier als adipös oder übergewichtig eingestuft werden. Mit einer Quote von 26 Prozent Fettleibigen liegen die Australier im weltweiten Vergleich nun knapp vor den US-Amerikanern. Die Studienautoren um den Kardiologen Simon Stewart fürchten, dass diese Entwicklung über 100.000 vorzeitige Todesfälle und Kosten in Milliardenhöhe für das Gesundheitswesen nach sich ziehen könnte. "Die Fettbombe tickt laut", so Stewart.

Die Studie basiert auf den Daten von 14.000 Personen aus dem gesamten Staatsgebiet, die während eines nationalen Aktionstages ihren Body-Maß-Index aus Gewicht, Größe und Bauchumfang ermitteln ließen. Wurde zuvor noch von rund drei Millionen adipösen Erwachsenen ausgegangen, wären den neuesten Untersuchungen zufolge tatsächlich mindestens 3,6 Millionen Australier betroffen, berichtet Stewart. Von den Gesundheitsrisiken des Übergewichts seien vor allem Menschen im mittleren Alter betroffen. Denn im Segment von 45 bis 64 Jahren hätten 72 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen einen BMI von über 25 und seien als übergewichtig oder adipös eingestuft worden. "Das sind erstaunliche Werte. Die Fettbombe tickt laut", meint Stewart.

"Auch in Europa sind Adipositas und Übergewicht steigend", sagt Petra Rust vom Institut für Ernährungswissenschaft an der Universität Wien. "Besonders deutlich äußert sich dieser negative Trend bei Kindern und Jugendlichen." Ein frühes Übergewicht sei aber ein noch größeres Risiko für die spätere Gesundheit, erklärt Rust. Studien des World Cancer Research haben zudem ein erhöhtes Krebsrisiko im Zusammenhang mit Übergewicht und hohem Körperfettanteil aufgezeigt.

Stewart und seine Kollegen schlagen in ihrem Bericht auch Maßnahmen gegen die Fettleibigkeit vor. So sollen Städte mit vielen übergewichtigen Bewohnern beispielsweise in einer Art Wettbewerb mit Fördergeldern für Sporteinrichtungen zum Abspecken motiviert werden, um so die Ernährungs- und Ertüchtigungsgewohnheiten der Einwohner dauerhaft zu verändern. Eine simple Strategie wie ein Gewichtsverlust von fünf Kilogramm in fünf Monaten könnten auf Dauer gesehen die Zahl der herzbedingten Krankenhausaufenthalte und Todesfälle um ein Drittel reduzieren, sagen die australischen Forscher. (pte)

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