Mi, 22. November 2017

Behandlungsfehler?

24.06.2008 15:11

Grazer Brustkrebs-Experte muss vor Gericht

Ein Grazer Brustkrebs-Experte muss sich im Herbst vor Gericht verantworten. Dem Spezialisten wird laut Staatsanwaltschaft Graz vorgeworfen, bei der Behandlung von Patientinnen Fehler gemacht zu haben. Die Anklage bezieht sich auf zwölf Fälle und lautet auf fahrlässige schwere Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen und Beweismittelfälschung. Der Arzt hat von Anfang an alle Vorwürfe bestritten.

Auslöser für die Untersuchungen gegen den Arzt waren zwei Tupfer, die bei einer Operation in der Brust einer Patientin vergessen wurden. Damals verhängte das LKH ein Operationsverbot über den Chirurgen. Patientinnen des betroffenen Arztes wurden kontaktiert, um so eventuellen weiteren Behandlungsfehlern auf die Spur zu kommen.

Mehr als 1.000 Fälle untersucht
Von den ursprünglich über 1.000 Fällen, die das Krankenhaus untersucht hatte, wurden zunächst 16 an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet. Die Anklage bezieht sich nun auf zwölf Patientinnen. Neben Behandlungsfehlern wird dem Arzt auch vorgeworfen, Beweismittel gefälscht zu haben. "Er soll nachträglich Eintragungen in Krankenunterlagen vorgenommen haben", so Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz.

Beschuldigter will alle Vorwürfe entkräften
Der Beschuldigte hatte von Anfang an erklärt, alle Vorwürfe seien falsch. Den Grund für den "Rufmord", sieht der Arzt unter anderem in seinen Plänen für ein eigenes Brustkrebszentrum, in dem Frauen die gesamte Behandlung erfahren könnten, ohne zu den verschiedenen Ärzten und Kliniken zu müssen. Derzeit wird in der Steiermark an 23 Krankenhäusern behandelt.

Der Chirurg muss sich am 3. September in Graz vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Strafe von bis zu zwei Jahren Haft.

Symbolbild

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