Do, 14. Dezember 2017

Kulturhauptstadt 08

22.06.2008 22:25

Beatles, Bälle und Baustellen in Liverpool

Die Beatles, Fußball und Baustellen sind das Erste, was einem Besucher der heurigen Kulturhauptstadt Liverpool (zusammen mit dem norwegischen Stavanger) ins Auge sticht. Doch das Eventjahr will mehr sein: ein Beitrag zur Stadtentwicklung, der weit über 2008 hinausreicht. Ein „Krone“-Lokalaugenschein in „Liverpool 08“.

Die Beatles - und Klassik-Insidern der „Liverpudlian“ Sir Simon Rattle - fallen einem zuerst ein, wenn man an die Hafenmetropole am Mersey-River denkt. Fußballfans denken an den FC Liverpool und seinen Lokalrivalen FC Everton. Und dann kommt das Bild von der verarmten Industriestadt. Letzterem wollte man mit der Bewerbung für die Kulturhauptstadt entgegenwirken, sagt Sir Bob Scott. „Ziel war es, ein neues Liverpool zu bauen und ihm ein neues Image zu geben.“ Die Kulturhauptstadt als ein Schritt in der Stadtentwicklung.

Parallele zu Linz09
Hier sieht der Linzer Vizebürgermeister und Kulturreferent Erich Watzl eine Parallele zu Linz09: „So wie sich Liverpool zwischen Manchester und London positioniert, soll auch Linz zwischen Salzburg, Wien und Graz seinen Platz auf der kulturellen Landkarte finden.“

Seit 2001 am Programm gefeilt
Seit 2001 wurde an Liverpool 08 gefeilt, und heuer wartet man mit einem „Weltklasseprogramm“, so Bob Scott, auf. Die Beatles spiel(t)en dabei natürlich auch eine Rolle. Paul und Ringo haben bereits ihre Kulturhauptstadt-Auftritte absolviert, ein Konzert mit Sir Simon Rattle steht dann am 4. September auf dem Programm. Dazu die Verleihung der MTV-Awards, Theater und Tanz-Highlights.

Die wahren Besuchermagneten sind jedoch Ausstellungen, lehrt die bisherige Erfahrung in Liverpool: Eine Klimt-Schau in der Tate Liverpool im restaurierten Hafenbezirk, kostenlos zugängliche Ausstellungen in der Walker Art Gallery und eine Le Corbusier-Ausstellung sind die Zugpferde.

Britisches Understatement?
Gesehen mit an Linz09 gewöhnte Augen ist Liverpool eine Kulturhauptstadt auf den zweiten Blick. Oder ist es britisches Understatement, dass man auf der Fahrt in die Stadt jegliche Hinweise vermisst? Ins Auge stechen Baustellen zwischen den alten, teils bombastischen Bauwerken. Natürlich wurde einiges fertiggestellt und -renoviert: das Hafenviertel, die benachbarte Konzert- und Sporthalle Liverpool Arena oder St. Georgs Hall. Aber Kräne dominieren das Stadtbild. Darauf angesprochen, ist man bei Liverpool 08 gar nicht verlegen. Sir Bob Scott: „Wir sind nicht unglücklich. Die Leute sehen, was alles in Liverpool gebaut wird, und sie kommen wieder, um zu sehen, was sich entwickelt hat.“ Anlaufstelle für Kulturhauptstadt-Besucher ist der „Shop08“. Doch auch hier: Beatles und Fußball dominieren.

 

Foto: Reinhard Gattringer/WKO

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