Di, 21. November 2017

Elferkrimi

25.06.2008 17:22

Spanien wirft Weltmeister Italien raus

Der Weltmeister ist draußen! Nach schwachen und torlosen 120 Minuten musste am Sonntagabend im Wiener Ernst-Happel-Stadion das Elfmeterschießen die Entscheidung zwischen Spanien und Italien bringen. Die Iberer hatten dabei die besseren Nerven und vergaben nur einmal, während die "Azzurri" zweimal in Iker Casillas ihren Meister fanden. Den entscheidenen Penalty verwandelte Arsenal-Jungstar Cesc Fabregas. Die Spanier treffen im Halbfinale am Donnerstag auf das Sensationsteam aus Russland.

Roberto Donadoni, der Trainer der "Azzurri", musste vor dem Spiel sein Mittelfeld umstellen. Pirlo und Gattuso fehlten Gelb-gesperrt, für sie rückten Aquilani und Ambrosini in die Anfangsformation. Bei Spanien rückte der zuletzt verletzte Innenverteidiger Puyol ins Team.

Wenig Offensivbemühungen
Beide Mannschaften gingen sehr vorsichtig in die Partie. Der Respekt voreinander lähmte jegliche Offensivbemühung, die Abwehrreihen mussten nur selten brenzlige Situationen überstehen. Zweikämpfe im Mittelfeld prägten die erste Halbzeit, in der die Spanier das etwas aktivere Team waren. Doch die Stürmerstars Villa und Torres hingen in der Luft, die Anspiele aus dem Mittelfeld waren viel zu ungenau. Einzig bei Distanzschüssen musste Gianluigi Buffon im Kasten des Weltmeisters sein Können zeigen. Doch die Versuche von Silva (9./32.) und Villa (25.) waren zu harmlos, um die italienische Nummer eins zu überlisten.

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Der amtierende Weltmeister spielte noch abwartender als die bislang dreimal siegreichen Spanier und kam nur zaghaft vor das gegnerische Tor. Cassano versuchte mit Dribbeleinlagen der Abwehr um Puyol und Marchena Probleme zu bereiten, doch Spanien stand in der Defensive sicher und ließ nur sehr wenig im eigenen Strafraum zu. Kopfbälle von Perrotta (19.) und Toni (36.), der in den ersten 45 Minuten komplett abgemeldet war, verdienten sich die Bezeichnung Chance nur bedingt.

Der deutsche Schiedsrichter Fandel zeigte in der ersten Spielhälfte genauso eine schlechte Leistung wie die beiden Teams. Bei einem Foul von Ambrosini an Villa (16.) hätte man ruhig auf Elfmeter entscheiden können, außerdem interpretierte er einen Körperkontakt zwischen Grosso und Silva an der Strafraumgrenze völlig falsch – es war ein Foul und keine Schwalbe (41.).

Beide Teams harmlos in der Offensive
Der Beginn der zweiten Spielhälfte war ein Ebenbild der ersten. Die Teams neutralisierten sich gegenseitig und agierten viel zu harmlos im Spiel nach vorne. Nicht einmal einen Fehler der ansonsten sattelfesten Verteidigung des Weltmeisters konnten die Spanier ausnützen: Nach einem Ausrutscher von Panucci drang Torres in den Strafraum ein, legte quer, doch Chiellini klärte vor dem einschussbereiten Villa (55.).

Pfosten rettet nach Buffons Missgeschick
Wie aus dem Nichts kam dann Italien zur bis dahin größten Chance des Spiels. Im Anschluss an ein Getümmel im Strafraum schoss Camoranesi aufs Tor, doch Casillas klärte mit einer Glanztat (61.). Dann rückte Buffon in den Blickpunkt des Geschehens: Zunächst faustete er einen scharfen Freistoß von Senna aus der Gefahrenzone (80.), eine Minute später prüfte wiederum Senna den italienischen Schlussmann mit einem strammen Schuss, der Ball glitt Buffon durch die Hände, doch das Leder kullerte an den Pfosten, der für den Keeper rettete.

Auf der Gegenseite tauchte Grosso völlig allein stehend vor Casillas auf, wollte nach einer Flanke von rechts einnetzen, doch sein eigener Mitspieler Toni fälschte den Ball so ab, dass Grosso nicht ran kam (84.). Da bis zum Ende der regulären Spielzeit nichts mehr passierte, ging es nach großteils langweiligen 90 Minuten in die Verlängerung.

Silva scheitert mit scharfem Distanzschuss
Die feldüberlegenen Spanier gingen es zu Beginn der Verlängerung forsch an, doch eine Doppelchance des eingewechselten Güiza (Schuss abgeblockt) und Silva (Distanzschuss knapp vorbei) brachte nichts Zählbares für das Team von Luis Aragones (93.). Fast im Gegenzug musste sich Casillas strecken, um einen Kopfball von Di Natale über die Latte zu lenken.

Nachdem beide Teams dann wieder einen Gang zurückschalteten, vergab Spaniens Cazorla den Matchball mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel, der am Tor der Italiener vorbeistrich (120.).

Fabregas schießt Spanien ins Halbfinale
Im Elferkrimi hatten die Spanier die besseren Nerven und schickten Italien nach Hause. De Rossi und Di Natale vergaben für Italien, bei den Iberern scheiterte nur Cazorla. Den entscheidenden Elfmeter zum 4:2-Sieg verwandelte Fabregas.

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