Mi, 22. November 2017

Nach Tirol-Wahl

20.06.2008 12:33

Opposition schimpft über „Koalition der Verlierer“

Die am vergangenen Donnerstag begonnenen Koalitionsverhandlungen (Bild) zwischen der Tiroler ÖVP und SPÖ haben die zu erwartenden Reaktionen bei den anderen Parteien hervorgerufen. Es handle sich dabei um eine "Koalition der Verlierer" meinten die Parteichefs unisono. Für Fritz Dinkhauser sind "die Köpfe die Ursache der Katastrophe". Für FPÖ-Landeschef Gerald Hauser gehe es bei den Koalitionsverhandlungen nur um Machterhalt. Der Tiroler Grünen-Chef Georg Willi bekräftigte zudem am Freitag erneut, dass seine Partei zur Verfügung stünde, falls die ÖVP ein Zeichen der Erneuerung setzen möchte.

Dinkhauser erwartete sich keine Veränderung von einer "Koalition der Verlierer". "Das Land wird nach wie vor vom Bauernbund regiert und Steixner ist der heimliche Landeshauptmann", tönte Dinkhauser. Durch diese "Chaosregierung" würden keine neuen Inhalte auf den Tisch kommen. Solche hätte sich die Bevölkerung dieses Landes jedoch verdient. Sowohl Hannes Gschwentner von der SPÖ als auch Herwig van Staa von der ÖVP stünden auf Abruf. Beide seien bloß geduldet und würden schon bei der nächsten Wahl die Rechnung präsentiert bekommen. "Man darf die Signale der Menschen nicht ignorieren", sagte Dinkhauser.

Der Grünen-Chef nannte die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und SPÖ ein "Ablenkungsmanöver". "Beide Parteien müssen so tun, als ob es sich spießen würde", meinte Willi. Beide stünden enorm unter Druck. Dass die Verhandlungen schwierig seien, sei bloß eine "rhetorische Floskel". "Sie müssen die Verhandlungen aufbauschen, um dem Vorwurf zu begegnen, dass es sich dabei ohnehin um die alte Soße handelt", kritisierte Willi.

"Hier handelt es sich um eine Koalition der Verlierer, die versucht das Wahlergebnis umzuinterpretieren", meinte hingegen der FPÖ-Landeschef. Der Wählerauftrag sei ein gänzlich anderer. "Hier geht es nur um den Machterhalt zweier Parteien, die zusammen rund 20 Prozent verloren haben", kritisierte Hauser. Das Wählervotum sei ein Auftrag nach einer neuen Politik gewesen, die diese beiden Parteien jedoch nicht umsetzen könnten. In der Sache selbst werde sich nicht viel bewegen. "Man tut so, als hätte es die Wahl nie gegeben", betonte Hauser.

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