Fr, 15. Dezember 2017

Ayurveda

21.01.2009 16:18

Gleichgewicht durch indische Heilkunst

Ziel von Ayurveda - einer Jahrtausende alten und bewährten Ganzheits- und Vorsorgemedizin aus Indien - ist ein langes und gesundes Leben im Einklang mit der Schöpfung.

Die indische Heilkunde gliedert die Konstitutionen des Menschen in drei sogenannte Dosha-Typen: Vata (Bewegungsprinzip), Pitta (Wärmeprozess im Körper) und Kapha (Widerstandsfähigkeit des Organismus). Ist deren Gleichgewicht gestört, sind Krankheiten die Folge. Ayurvedische Massagen sind ein Balsam für den Körper. Sie mobilisieren die inneren Kräfte und entfalten Schönheit nach außen.

Ernährungslehre
Nach der ayurvedischen Ernährungslehre sollte man nur bei Hunger essen, Zwischenmahlzeiten meiden und die Hauptmahlzeit zu Mittag einnehmen. Die Lebensmittel sollten frisch sein, dazu Wasser oder Kärutertees trinken. Wenn möglich alle fünf Geschmacksrichtungen – süß, sauer, salzig, bitter – abdecken. Das Essen sollte entspannt eingenommen werden und zwischen den Mahlzeiten sollte eine Pause von mindestens drei Stunden eingelegt werden. In den heißen Monaten kann Ayurveda beim Ertragen der Hitze helfen.

Die besten Ayurveda-Tipps für den Sommer findest du in der Infobox!

Spezialist im Interview
Dr. Ashish Bhalla, gebürtiger Inder, Studium der Allgemeinmedizin in Wien, dreijährige Ausbildung zum Ayurveda-Arzt in Indien und Deutschland, Allgemeinmediziner und Kurarzt im Kneipp-Gesundheitszentrum Barmherzige Brüder in Schärding erzählt im "Krone"-Interview über die alte Lehre und wie er sie anwendet:

Sie führen Ayurveda auch in Kombination mit Kneipp und TCM durch. Sind das nicht drei völlig entgegengesetzte Therapien?

Dr. Bhalla: Nein, im Gegenteil, diese drei Behandlungsmethoden haben sogar große Ähnlichkeiten. Alle drei haben fünf Säulen, auf denen sie beruhen: Ordnungs-, Ernährungs-, Bewegungs-, Phytotherapie (Kräutertherapie) und manuelle Therapie.

Obwohl die Methoden aus ganz unterschiedlichen Regionen der Welt kommen, gibt es viele gemeinsame Ansätze. Nicht jede Heilmethode ist für jeden gleich gut geeignet. Und so wenden wir Kneipp, Ayurveda und TCM je nach Beschwerdebild und Typus des Kurgastes nicht nur als Einheit an, sondern auch als kombinierte Kur der drei Heilverfahren.

Können Sie uns praktische Beispiele dafür geben?

Dr. Bhalla: Bei einem Menschen mit Nervosität, Schlafstörungen und leichten Herzproblemen würden wir neben Kneippschen Wechselgüssen zur Anregung des Kreislaufs vor allem Arm- und Fußbäder mit Rosmarin zur Verbesserung der Durchblutung verwenden und rein pflanzliche Beruhigungstees empfehlen. Einem Kurgast mit einer chronischen Erkrankung, würden wir vor allem ayurvedische Massagen, Kneippsche Güsse und pflanzliche Medikamente verordnen.

Ein etwas korpulenterer Patient, der an Schlafstörungen, akuten Wirbelsäulenschmerzen, Krampfadern in den Beinen und Osteoporose leidet, kann ebenfalls kombiniert mit Ayurveda, Kneipp und TCM gut behandelt werden: Mit Wickeln, Güssen und durch geänderte Ernährung wird entschlackt, Schlafstörungen verbunden mit starker Nervosität können mit dem bekannten indischen Stirnguss mit warmem Kräuteröl, Shirodhara, sehr gut behandelt werden. Gegen Rückenschmerzen helfen unsere chinesischen Massagen in Form von Tuina und Akupunktmassage sowie Akupunktur.

Wieso kann Ayurveda in Schärding so original angeboten werden?

Dr. Bhalla: Unser Ayurveda-Angebot ist wirklich in jeder Weise authentisch. Das beginnt bei der Einrichtung, die bis ins kleinste Detail originalgetreu dem indischen Vorbild entspricht. Die Räume sind mit kostbaren indischen Stoffen, tropischen Pflanzen und Mobiliar aus Indien ausgestattet. Dazu importieren wir unsere 25 verschiedenen hochwertigen Kräuteröle, die je nach Körper- und Lebensenergietyp (Dosha-Prinzip) verwendet werden, direkt über Apotheken aus Südindien. Kräuter und Salben sind original indisch. Auch die drei Therapeuten kommen aus Indien, sie haben ihre Ausbildung im berühmten Ayurveda-Hospital im indischen Permade/Kerala absolviert. Auch unser Koch hat drei Monate zur Schulung in Indien verbracht.

Wie authentisch ist die Ayurveda-Medizin, die Sie hier praktizieren, was sind die Hauptanwendungsgebiete?

Dr. Bhalla: Ich arbeite nach der klassischen Ayurveda Medizin. Ganz wichtig ist mir, sich viel Zeit zu nehmen, um die ayurvedische Diagnose zu stellen. Dies geschieht nach einem längeren Gespräch. Man kann durch Beobachtung von Puls, Zunge etc. die Grundkonstitution und die gestörte Konstitution eruieren.

Danach beginne ich mit der individuellen Therapie. Dazu gehören eine Ernährungsberatung und eine Lebensstilmodifikation, eventuell auch noch eine Phytotherapie (also Kräutertherapie) und die bekannten Ayurveda-Anwendungen wie die Synchronmassage Abhyanga oder die Massage für Problemzonen. Primär betreue ich kranke Menschen, Schwerpunkt der Ayurvedamedizin ist aber auch die Vorbeugung.  

Kronen Zeitung und krone.at 

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