Mi, 22. November 2017

Brisante Forderung

21.06.2008 14:00

„Sitzenbleiben und Nachzapf abschaffen“

Knapp 50 Prozent der steirischen Schüler brauchen Nachhilfe, für Eltern eine extreme finanzielle Belastung. Zwölf Millionen Euro, so die Arbeiterkammer, kostet der Spaß pro Jahr. Und die Stunden sind nicht nur exorbitant teuer, es gibt auch gewaltige Preisdifferenzen. Bis zu 150 Prozent! Die politische Forderung: Stopp dem Nachhilfe-Wahnsinn.

Lebensmittel, Energie, jetzt auch noch Nachhilfestunden - alles wird teurer. Gerade vorm Notenschluss und im Sommer, wenn der "Nachzapf" ansteht, haben Lerninstitute Hochkonjunktur. Und in ihrer Not sind die Eltern bereit, alles zu zahlen. Hochgerechnet auf 60 Minuten - so die steirische AK - kostet Nachhilfe zwischen 15 und 37,56 Euro. Was einer satten Differenz von 150,4 Prozent entspricht.

Testergebnisse aller geprüften Institute in der Infobox!

AK-Präsident Walter Rotschädl sieht aber auch den politischen Aspekt: "Ein untragbarer Zustand, höchste Zeit, dass es Schulformen mit kostenloser Lernbetreuung gibt". Die Zusatzforderung des Präsidenten klingt wie Musik in Schülerohren: "Sitzenbleiben und Nachprüfungen gehören abgeschafft, durch ein Kurssystem ersetzt."

"Völlig veraltetes System"
Und der Bildungschef der Kammer, Albert Kaufmann, setzt noch eins drauf: Grund für den massiven Nachhilfebedarf sei ein "völlig veraltetes Schulsystem". Anstatt die Stärken und Kompetenzen hervorzustreichen, konzentriere man sich auf das Aufspüren von Fehlern. "Das ist Lehrer-Rotstift-Denken".

von Gerhard Felbinger, Steirerkrone
Symbolbild

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