Mi, 22. November 2017

Tod in Nervenklinik

20.06.2008 11:45

Grausige Tat in Grazer Anstalt unter der Lupe

Ein 48-Jähriger ist tot, und ein 69-Jähriger hat es getan. Beide psychisch krank, beide Patienten der Grazer Sigmund Freud-Nervenklinik. Ein Fall für das Gericht, allerdings ein ungewöhnlich schwieriger. Am Mittwoch wurde jetzt Psychiater Peter Hofmann beauftragt, sich ein Bild vom "Täter" zu machen.
Zur Erinnerung: Am 10. Juni starb ein 48-Jähriger in der Grazer Nervenklinik. Er war an den Armen fixiert, in seinem Rachen steckten eine halbe Semmel und eine Dose mit Leberaufstrich. Der "Täter" war bald gefunden: Ein 69-Jähriger gestand, er habe seinen Bettnachbarn "füttern" wollen. Angesichts seiner Erkrankung war eine Befragung durch Kriminalbeamte nur schwer möglich. Gerichtspsychiater Peter Hofmann wurde nun beauftragt, sich ein Bild vom Beschuldigten zu machen.

Anklageschrift noch unklar
"Natürlich kommt es zum Prozess", sagt der verantwortliche Staatsanwalt Hans Jörg Bacher. Was angeklagt wird, steht noch nicht fest. "Es könnte fahrlässige Tötung, aber auch Mord sein."

Angeklagter wird nach NÖ überstellt
Klar ist, dass das Gericht die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragen wird. Dorthin - nämlich nach Göllersdorf in Niederösterreich - wird der 69-Jährige jetzt schon überstellt. "Noch nicht nach dem Strafrecht, sondern nach dem Unterbringungsgesetz." Angesichts seiner "Gefährlichkeit" sei die Grazer Klinik nicht mehr der richtige Ort.

von Werner Kopacka, "Steirerkrone"
Symbolbild

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