Mi, 22. November 2017

Held aus Plastik

19.06.2008 11:15

LEGO Indiana Jones - Die legendären Abenteuer

"Er ist gerissen, er ist wagemutig, er ist kühn, und er ist aus Plastik!" Mit diesen Worten bewirbt LucasArts die legendären Abenteuer des Indiana Jones im Lego-Land. Sämtliche bisherigen Schatzsuchen des inzwischen in die Jahre gekommenen Archäologen wurden wie einst bereits bei "Lego Star Wars" mit viel Liebe zum Detail und einer gehörigen Portion Humor eigens für das Spiel in die bunte Welt der Bauklötzchen übertragen.

Ob als Jäger des verlorenen Schatzes, im Tempel des Todes oder auf dem letzten Kreuzzug: "Lego Indiana Jones – Die legendären Abenteuer" nimmt den Spieler auf eine Reise durch die Highlights der bisherigen Spielberg-Filme. Auf einen Trip ins Königreich des Kristallschädels, den derzeit in den Kinos laufenden vierten Teil der Serie, muss verzichtet werden. Dies dürfte angesichts der mitunter vernichtenden Kritiken allerdings verkraftbar sein.

An dem aus "Lego Star Wars" bekannten Spielprinzip haben die Macher so gut wie nichts verändert, was ihnen allerdings auch niemand verübeln dürfte, da bereits die Sternen-Saga für äußerst vergnügliche Stunden vor der Konsole und dem PC sorgte: Als eine von insgesamt über 60 Figuren des Films hüpft, kraxelt, hangelt, schwingt und fährt man auf diversen Vehikeln oder Reittieren alleine oder zu zweit durch die den Filmschauplätzen nachempfundenen Level.

Neu ist, dass dabei allerlei Gegenstände aufgehoben und benutzt werden können. So eignen sich etwa Stühle hervorragend als Wurfgeschoss, während man sich mit einer passenden Kopfbedeckung tarnen und an Wachposten vorbeischleichen kann. Auch der Gebrauch von Schusswaffen ist erlaubt, viel wichtiger ist es meist jedoch, einen Schraubschlüssel oder eine Schaufel bei sich zu haben.

Nach wie vor halten sich Jump'n'Run-Passagen und knifflige Rätseleinlagen nämlich die Waage. Wer von einem Levelabschnitt in den nächsten gelangen möchte, muss Schalter und Hebel betätigen, Kisten verschieben, Symbole korrekt anordnen, Schlüssel ausgraben oder defekte Bauteile auf Knopfdruck neu zusammenbasteln. Teamwork wird dabei groß geschrieben, weshalb "Lego Indiana Jones" trotz der daraus gelegentlich resultierenden Probleme mit der Kameraperspektive unbedingt zu zweit gespielt werden sollte. Wer keinen realen Partner hat, muss jedoch nicht verzweifeln: Dank zuverlässig arbeitender KI lässt es sich auch wunderbar alleine spielen. Schade ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass auf einen Online-Koop-Modus verzichtet werden muss.

Kehrt man am Ende eines jeden Levels in Indys Universität zurück, kann mit den im Spiel gesammelten Lego-Steinen auf Einkaufstour gegangen werden. Wer allerdings keine vorgefertigten Kostüme oder Charaktere kaufen möchte, darf in der frei begehbaren Spiel-Lobby aus etlichen Vorlagen auch eigene Lego-Figuren entwerfen oder sich im virtuellen Kino noch einmal die besten Zwischensequenzen zu Gemüte führen.

Hat man schließlich den regulären Story-Mode bewältigt, was selbst unerfahrenen Spielern binnen weniger Stunden gelingen dürfte, darf man sich im "Freien Spiel" noch einmal in die Wildnis wagen. Denn: "Lego Indiana Jones" lässt sich aufgrund des einfachen Schwierigkeitsgrades zwar flott durchspielen, wer jedoch jedes noch so kleine Extra entdecken und einsammeln möchte, kann sich an dem Titel auch schnell die Zähne ausbeißen. In diesem Fall bietet der freie Modus den Vorteil, dass auf Knopfdruck zwischen einer Vielzahl von Charakteren und somit zwischen deren individuellen Fähigkeiten, etwa einer besseren Sprungkraft, einer bestimmten Bewaffnung oder einer geringen Körpergröße, um durch Tunnel zu kriechen, gewechselt werden kann.

Ob nun Story-Modus oder freie Variante: Die technische Präsentation des Spiels lässt keine Wünsche offen. Die PS3-Version kommt sogar erfreulicherweise ohne Installation aus und läuft dennoch (nahezu) ruckelfrei mit einer Auflösung von bis zu 1080p über den Bildschirm. Die unglaubliche Liebe der Macher zum Detail, welche einen immer wieder schmunzelnd innehalten lässt, kommt dann noch besser zur Geltung. Auch die musikalische Untermalung weiß zu begeistern, bietet das Spiel doch den Original-Soundtrack der alten Filme auf. Dialoge bzw. eine Sprachausgabe gibt es nicht, die Lego-Figürchen kommunizieren vornehmlich durch Mimik und Gestik sowie unverständliches Gebrabbel.

Fazit: Es mögen zwar nur Bauklötze sein, die da in "Lego Indiana Jones – Die legendären Abenteuer" agieren, auf große Emotionen, Witz und Charme muss dennoch nicht verzichtet werden. Ganz zu schweigen natürlich vom Spielspaß, der sich bei der vergnüglichen Schatzsuche unweigerlich einstellt. Unkompliziert für die Jüngeren, fordernd für all jene, die sämtliche Trophäen ihr Eigen nennen wollen, ist "Lego Indiana Jones" ein überaus unterhaltsames Spiel für zwischendurch und darüber hinaus.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, Wii, PC, PS2, PSP, DS
Publisher: LucasArts/Activision
Krone.at-Wertung: 8/10


von Sebastian Räuchle

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