Mo, 20. November 2017

Hochofen-Drama

17.06.2008 22:38

Mühlviertler stürzte in heiße Schlackenpfanne

Wie eine Puppe baumelte ein Arbeiter (44) aus Bad Kreuzen in der Nacht zum Dienstag beim Hochofen in der Linzer Voest an seinem Gurt in einer 200 Grad heißen Schlackenpfanne. Der Mühlviertler war bei Kranarbeiten acht Meter tief in den kochend heißen Behälter gestürzt. Zwei Kollegen bargen ihn, er überlebte mit sehr schweren Brandverletzungen, liegt im UKH im künstlichen Tiefschlaf.

Albrecht M. (44) aus Bad Kreuzen hatte gegen Mitternacht mit einer Kabelsteuerung in der Hochofenanlage einen Hallenkran bedient. Er stand neben der leeren Schlackenrinne, machte im wahrsten Sinn des Wortes einen falschen Schritt zur Seite und stürzte durch die Rinne acht Meter tief in die auf 200 Grad vorgewärmte Schlackenpfanne - eine Art Container auf Schienen.

Sein Sicherungsgurt rettete dem Mühlviertler das Leben. Er konnte sich daran festhalten, zwei Kollegen zogen ihn daran aus der Pfanne, dann übernahm die Betriebsfeuerwehr die Bergung. Albrecht M. trug zwar die Schutzkleidung, erlitt aber dennoch schwerste Verbrennungen. Er wurde ins Linzer UKH eingeliefert.

Erst dort stellte sich heraus, wie weit es tatsächlich fehlte: Zehn bis 15 Prozent der Haut des Arbeiters waren bei dem Unfalldrama versengt worden. Besonders schlimm hatte es eine Schulter erwischt: Sie wurde viertgradig verbrannt, das heißt, die Verbrennungswunde ist so tief, dass sie bis in die Muskulatur reicht. Das ist der höchste Verletzungsgrad bei Verbrennungen, inkludiert normalerweise laut Fachliteratur eine Verkohlung des betroffenen Gewebes.

Der Schwerverletzte wurde noch in der Nacht drei Stunden lang notoperiert, dann in ein künstliches Koma versetzt. Er soll heute, Mittwoch, erneut in den OP.

 

Foto: Christof Birbaumer

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