Mi, 13. Dezember 2017

Klagenfurter Autor

17.06.2008 14:19

Josef Winkler erhält den Georg-Büchner-Preis

Der Kärntner Autor Josef Winkler (55) erhält den Georg-Büchner-Preis 2008. Der von der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung vergebene Preis gilt als die wichtigste deutsche Literaturauszeichnung und ist mit 40.000 Euro dotiert. Er wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie am 1. November in Darmstadt verliehen.

"Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist", heißt es in der Jury-Begründung, "Was Winkler seit seinem ersten Roman 'Menschenkind' (1979) in einer barock-expressiven Sprache immer neu anklagt, bildet zugleich das produktive Element einer Hassliebe, in der Blasphemie und Frömmigkeit, Todessehnsucht und Todesangst sich zu einem bewegenden Abgesang auf eine untergehende Welt vereinen."

Wichtigste deutsche Literaturauszeichnung
Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vergeben. Im Vorjahr hatte Martin Mosebach die Auszeichnung erhalten, unter den Preisträgern der vergangenen Jahre finden sich auch die Österreicherinnen Friederike Mayröcker (2001) und Elfriede Jelinek (1998) sowie der Österreicher H.C. Artmann (1997).

Biographie
Josef Winkler wurde am 3. März 1953 als Bauernsohn in Kamering im Bezirk Spittal/Drau geboren. Nach verschiedenen Tätigkeiten arbeitet er seit 1982 als freier Schriftsteller. Er lebt in Klagenfurt, hielt sich längere Zeit auch in Rom und Indien auf.

Winklers Werke
Strenge kirchliche Rituale, bäuerliche Herrschaftsstrukturen, Lebensfreude und Tod stellen Eckpfeiler in Winklers Werk dar. "Winklers neuere Bücher erweitern, nach der eindringlichen Beschreibung der Erfahrung Roms ("Friedhof der bitteren Orangen", "Natura Morta"), seinen dichterischen Kosmos noch um die fremde Nähe Indiens", nimmt die Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auch Bezug auf die Reisen und Welt-Aneignungen Winklers.

Der 55-Jährige hatte sein Debüt mit dem Roman "Menschenkind" 1979, dem Beginn einer Romantrilogie "Das wilde Kärnten", die mit "Der Ackermann aus Kärnten" und "Muttersprache" fortgesetzt wurde. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem die Romane "Der Leibeigene" (1987), "Friedhof der bitteren Orangen" (1990), "Domra. Am Ufer des Ganges", die Erzählung "Wenn es soweit ist" (1998), die römische Novelle "Natura morta" (2001) sowie die Prosa-Bände "Leichnam, seine Familie belauernd" und "Roppongi, Requiem für einen Vater" (2007).

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