Mo, 11. Dezember 2017

Trotz EURO-Pleite

18.06.2008 16:58

Hickersberger will weiter ÖFB-Teamchef bleiben

Einen Tag nachdem Michael Ballack mit seinem Hammer-Freistoß zum 1:0 für Deutschland die EM-Ambitionen der österreichischen Nationalmannschaft beendete, sprach Josef Hickersberger bereits davon, Teamchef bleiben und mit der ÖFB-Elf die WM-Qualifikation bestreiten zu wollen. "Dass ich weitermachen will, möchte ich damit kundtun", so der 60-Jährige am Dienstag bei der Pressekonferenz in Stegersbach. Rückendeckung bekam "Hicke" von seinen Spielern, allen voran Andi Ivanschitz und Martin Stranzl, die sich für einen Verbleib des Trainers aussprachen. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sagte dazu, dass er der Sitzung des Präsidiums am 24. Juni nicht vorgreifen will und spätestens in drei Wochen die Entscheidung fällt.

Hickersberger, seit Jänner 2006 im Amt, steht noch bis zum Jahresende beim ÖFB unter Vertrag. Mit der WM-Qualifikation, die am 6. September mit dem Heimspiel gegen Vizeweltmeister Frankreich beginnt, wartet bereits im Herbst die nächste Herausforderung.

Sein voraussichtlicher Verbleib beim ÖFB und sein Verzicht auf eine neuerliche Tätigkeit im arabischen Raum sei "eigentlich eine Entscheidung für die Familie, für die Enkelkinder". Außerdem sei er noch jung genug für den Job. "Natürlich könnte ich in Pension gehen, aber so alt fühle ich mich wieder auch nicht." Viel lieber möchte er den sichtbaren Aufwärtstrend mit seiner Mannschaft fortsetzen: "Die Entwicklung macht mich zuversichtlich, weil sie in den letzten Wochen rasant gewesen ist und ich das Gefühl bekommen habe, dass wir gegen Teams mit viel mehr Qualität mithalten und sie mit etwas Glück auch besiegen können", sagte der Coach,

Spieler sind für Hickersberger
Mehrere Spieler sprachen sich für Hickersberger aus. "Ich hoffe, dass er bleibt", stellte Ivanschitz unmissverständlich fest. "Das würde ich mir wünschen. Ich glaube, dass die ganze Mannschaft hinter ihm steht, so wie in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Auch er ist immer hinter uns gestanden. Wir sind sehr eng zusammengekommen und waren ein Team. Es war ein Geben und Nehmen, das gibt es nicht oft. Es ist natürlich seine Entscheidung, aber ich würde es begrüßen."

In der Infobox kannst du abstimmen, ob Hickersberger Teamchef bleiben soll oder nicht. Außerdem findest du dort Bilder, Meinungen, Pressestimmen und weitere Informationen zum Deutschland-Spiel!

Auch Pogatetz ist für Hickersberger
Auch Verteidiger Emanuel Pogatetz äußerte sich in die selbe Richtung. "Man hat schon gesehen, dass er wichtige Arbeit geleistet hat und dass wir uns weiterentwickelt haben", betonte der 25-Jährige. "Es hat für das EM-Viertelfinale nicht gereicht, da kommen natürlich immer Diskussionen auf. Aber wir haben mit dem Teamchef immer ein sehr gutes Einvernehmen gehabt, deswegen wäre es jetzt natürlich schon toll, wenn er weitermachen könnte." Mittelfeld-Akteur Christian Fuchs wiederum sah vor allem in "Hickes" Entschluss, großteils auf alte Spieler zu verzichten, einen entscheidenden Impuls. "Er hat eine gute Arbeit gemacht. Er hat auf die Jungen gesetzt, diesen Weg sollten wir weitergehen", forderte der 22-Jährige.

Stranzl: "Wichtig, dass er bleibt"
Innenverteidiger Martin Stranzl, einer der Leitwölfe im Team, fand "es wichtig, dass Hickersberger bleibt. Er hat die Mannschaft zwei Jahre geformt und viel weitergebracht. Er hat immer seine Linie durchgezogen und ist ruhiggeblieben. Auch von der Verbandsseite wurde alles richtig gemacht, die österreichische Liga ist zu einer Ausbildungsliga und zu einem Sprungbrett für junge Spieler geworden", lobte der Burgenländer.

Die sportliche Bilanz Hickersbergers fiel  zweigeteilt aus. Das hochgesteckte Ziel Viertelfinale habe man wohl verpasst, die durch das Turnier weiter beschleunigte Entwicklung der Mannschaft gebe aber Anlass zur Hoffnung, erklärte der ÖFB-Trainer. "Wir haben uns erhofft, dass wir mit unseren schnellen Spitzen den deutschen Verteidigern bei Gegenangriffen Probleme bereiten können. Das ist uns aber nicht gelungen, weil wir die wenigen Chancen nicht richtig genützt haben."

Ivica Vastic, der mit seinem Elfmetertor im Polen-Spiel Österreich bis zuletzt im Viertelfinal-Rennen gehalten hatte, sei für Hickersberger angesichts der Lage keine Wechsel-Alternative gewesen. "Wir hatten die Probleme ganz vorne, uns fehlte da die Durchschlagskraft. Vastic kommt aus der zweiten Reihe, es war uns da nicht mehr möglich zu kombinieren, weil Deutschland in der Verteidigung sehr kompakt gestanden ist. Das ist aber seine Stärke. Daher konnte er uns nicht so gut helfen", begründete der Niederösterreicher, der Vastic aber nochmals für seinen Einsatz dankte.

Im Herbst beginnt die WM-Qualifikation
Österreichs Mannschaft hat nun zweieinhalb Monate Zeit, ehe am 6. September die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika beginnt. Zum Auftakt wird Frankreich im Wiener Prater zu Gast sein, vier Tage später folgt das Auswärtsspiel in Litauen. Weiter geht es am 11. Oktober mit dem Auftritt auf den Färöern, wo die Insel-Kicker die Revanche für das blamable 0:1 von 1990 erhalten sollen. Vier Tage danach gastiert Serbien im Happel-Stadion, womit die Serie der Pflichtspiele in diesem Jahr abgeschlossen ist.

Beendet wird die WM-Qualifikation, in der außerdem noch Rumänien als Gegner wartet, am 14. Oktober 2009 in Frankreich. Spätestens dann steht fest, ob Österreich zumindest als Gruppenzweiter die Chance gewahrt hat, via Play-off im darauffolgenden November erstmals seit 1998 wieder das WM-Ticket zu lösen.

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