Do, 23. November 2017

Appell an Kdolsky

18.06.2008 13:14

Steiermark für Verbot von Substitol

Der steirische Gesundheitslandesrat Helmut Hirt (SPÖ) fordert Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) dringend auf, die weitere Zulassung des Drogenersatzmittels Substitol zu überdenken. Substitol, das in den meisten anderen EU-Ländern gar nicht zugelassen ist, sei für die meisten Drogentoten im Land verantwortlich.

Elf Drogentote verzeichnet die steirische Statistik bereits für heuer, 2007 kamen 16 junge Steirerinnen und Steirer durch Drogenmissbrauch ums Leben, und fast immer sei die Ersatzdroge Substitol im Spiel gewesen, begründete Hirt am Dienstag den Vorstoß.

Substitol-Missbrauch ist das Problem
754 Substitutionspatienten, davon rund 200 junge Frauen seien zur Zeit in der Steiermark gemeldet, 541 von ihnen lebten im Großraum Graz, mehr als die Hälfte davon werde mit Sustitol behandelt. Wobei sich steirische Experten einig seien, dass nicht die Substitutionstherapie das Problem ist, sondern der Missbrauch.

Tabletten am Schwarzmarkt kommen aus Wien
Unisono stellten sowohl Experten wie auch Exekutive der steirischen Ärzteschaft dabei ein gutes Zeugnis aus: Das Substitol am steirischen Schwarzmarkt komme zu 100 Prozent aus Wien, wo offensichtlich großzügiger mit entsprechenden Verschreibungen umgegangen werde.

Schwarzmarktdroge Nummer eins
Beleg für diesen dringenden Verdacht sei, dass von den Drogenopfern im heurigen Jahr kein einziges im Substitutionsprogramm gewesen sei. "Substitol ist offenbar - nicht zuletzt aufgrund des Preisgefüges bei illegalen Drogen - mittlerweile zur Schwarzmarktdroge Nummer Eins in der Steiermark aufgestiegen", so der Landesrat.

Wirkung ähnlich wie Heroin
In Graz werde nach Erkenntnissen der Drogenfahnder derzeit um 25 bis 35 Euro je Kapsel des Mittels gehandelt, dessen Wirkung ähnlich wie jener von Heroin beschrieben wird.

ÖVP auf derselben Linie
Der ÖVP-Landtagsabgeordnete und Polizeibeamte Edi Hamedl zeigte sich in einer Reaktion erfreut, dass der Gesundheitslandesrat auf jene Linie eingeschwenkt sei, die von der Volkspartei seit fünf Jahren verfolgt werde. Gleichzeitig bedauerte er, dass Hirt einen E-Drogenpass zur Eindämmung des Missbrauchs abgelehnt habe, weil "irgendwann" ein Monitoring im Rahmen der Suchtmittelverordnung des Bundes kommen soll.

Symbolbild

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