Sa, 16. Dezember 2017

Eingenetzt

17.06.2008 13:35

Spinne lockt Beute mit Licht-Falle in den Tod

Australische Forscher haben entdeckt, dass Radnetzspinnen ihre Beute mit UV-Licht ködern, das von zickzackförmigen, breiten Seidenbändern in den Fangnetzen reflektiert wird. Die Funktion dieser künstlerisch anmutenden Elemente, die auch kreuz- oder spiralförmig sein können, hatte der Wissenschaft bisher Rätsel aufgegeben. Die Ergebnisse des Biologen-Teams von der University of Sydney stärken nun die Annahme, dass es sich bei den vermeintlichen Schmuck- und Stabilitätselementen um "Licht-Fallen" handelt, die Insekten auf Nahrungssuche anziehen.

Viele Pflanzen reflektieren UV-Licht, was von Insekten genutzt wird, um potenzielle Nahrungsquellen zu identifizieren. Diese Fähigkeiten nutzen einige Spinnenarten wie die von den australischen Wissenschaftlern untersuchte St. Andrews Cross Spider offensichtlich zum eigenen Vorteil aus. Durch die eingewebten UV-reflektierenden Seidenbänder wird bei den Insekten der Anschein erweckt, dass es sich um Pflanzen oder Blüten handelt, vermuten die Forscher. Daraufhin würden sich die Insekten nähern und bleiben im Netz der Spinne gefangen.

Um herauszufinden, warum die Spinnen derart aufwändige Dekorationen in ihr Fangnetz einbauen, versahen Studienleiter Dieter Hochuli und seine Kollegen im Feldversuch Netze der Spinnen mit Folien, die UV- und blaues Licht filtern. Sie beobachteten dann, welche und wie viele Insekten in den Netzen mit und ohne Filter gefangen wurden.

In gefilterten und ungefilterten Netzen fanden sich Fliegen, Bienen, Wespen und Moskitos. Bei Netzen ohne Filter sei die Zahl der gefangenen Beutetiere jedoch wesentlich höher gewesen. Wurden die "Dekorationen" aus den Netzen entfernt, fanden sich weniger gefangene Beutetiere darin. Moskitos, die UV-Licht nicht sehen können, wurden durch die Filter hingegen nicht in ihrer Wahl beeinflusst. Diese Beobachtungen legen nahe, dass die besonderen Bestandteile der Spinnennetze als Licht-Fallen dienen, "die nahrungssuchende Insekten in den Tod locken", so Hochuli. (pte)

Foto (c) University of Sydney

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden