Di, 21. November 2017

Große Gefahr

16.06.2008 19:51

Sechs Rohrbomben gehortet

Ein Arsenal an Böllern, Raketen und sechs selbst gebastelten Rohrbomben hortete Anthony Sch. (24) aus Ried im Innkreis. Der arbeitslose Sprengstoff-Freak hatte beim Basteln seine Wohnung in die Luft gejagt - er liegt im künstlichen Tiefschlaf. Die Rohrbomben wurden von der Feuerwehr gesprengt.

„Seine Hände und sein Gesicht waren voller Blut, als er auf den Balkon kam“, erinnert sich der 10-jährige Michael Katits an die Sekunden nach der Explosion in der Wohnanlage in der Schwimmbadstraße. Scherben der herausgesprengten Balkontür im 1. Stock flogen bis zu 30 Meter weit. „Im Hof spielen oft Kinder. Nicht auszudenken, wäre jemand von Splittern getroffen worden“, sagt Nachbarin Gabriele Geyer.

Anthony gilt als Eigenbrötler
Der an einer Behinderung leidende Anthony gilt als Eigenbrötler, der gerne mit Böllern spielte. Dieses Hobby kostete ihn jetzt fast das Leben. Denn die Detonation riss ihm drei Finger der linken Hand ab, verletzte Ohren und Auge. „So eine Druckwelle kann auch die Lunge zerreißen“, so Sprengstoff-Spezialisten. Der Entschärfungsdienst fand in der Wohnung knapp vier Kilo erlaubte Böller und Raketen, die Anthony für Experimente nutzte.

30 Zemtimeter lange Rohrbomben
Eines davon: Rohrbomben. Sechs etwa 30 Zentimeter lange, mit Sprengstoff gefüllte, verschraubte Eisenrohre waren im Vorhaus gelagert. Der Entschärfungsdienst nahm eine Probe, übergab die Höllenmaschinen der Feuerwehr. „Wir haben sie mit fünf Kilo Austrogel-Sprengstoff unschädlich gemacht“, erklärt Ludwig Aigner von der Feuerwehr Mehrnbach.

Verfassungsschützer glauben, dass der Bombenbastler keine Anschläge plante.

 

Foto: Ernts Vitzthum

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