Sa, 18. November 2017

Bush-Abschiedstour

16.06.2008 13:50

Brown verspricht zusätzliche Truppen

Der britische Premierminister Gordon Brown hat beim Abschiedsbesuch von US-Präsident George W. Bush am Montag zusätzliche Truppen für den umkämpften Süden Afghanistans angekündigt. Großbritannien werde die Anzahl seiner in Afghanistan stationierten Truppen "auf das höchste Niveau" bringen, sagte Brown in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush. Die USA und Kanada hatten europäische NATO-Partner wie Deutschland und Italien zuvor kritisiert, nicht genügend zur NATO-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF in dem Land am Hindukusch beizutragen.

Etwa 230 Pioniere, Logistiker und militärische Ausbilder sollen in den kommenden Monaten in die Region entsandt werden, verlautete aus dem Büro des Premiers. Damit wären dann mehr als 8.000 britische Soldaten in Afghanistan stationiert, die meisten davon in der südlichen Provinz Helmand. Seit Beginn des Einsatzes 2001 kamen in Afghanistan 102 britische Soldaten ums Leben, die meisten von ihnen seit 2006. Fünf britische Soldaten starben allein vergangene Woche. An der ISAF nehmen vierzig 40 NATO und Nicht-NATO-Staaten teil.

Warnung an Teheran
Brown kam Bush auch bei einem weiteren wichtigen Projekt auf seiner Abschiedstour durch Europa entgegen. Er warnte Teheran, dass Europa neue Sanktionen gegen den Iran unterstützen werde, wenn Teheran die Vorschläge des Westens im Atomstreit weiter abschlage. "Wir werden alles tun, um den Dialog zu erhalten, aber wir stellen auch klar, dass wir keine Wahl haben, als die Sanktionen zu intensivieren, wenn Iran weiterhin die gemeinsamen Resolutionen und unsere Angebote der Partnerschaft ignoriert."

Großbritannien werde Europa dazu drängen "und Europa wird neuen Sanktionen zustimmen", sagte Brown. Ein neues Paket mit Anreizen für einen Verzicht auf die weitere Urananreicherung war am Samstag von EU-Chefdiplomat Javier Solana in Teheran vorgelegt worden. Erste Reaktionen ließen auf eine Zurückweisung der Initiative schließen.

4.000 britische Soldaten stationiert
Dass es Bush auch gelingt, Brown von einem Zeitplan für einen Abzug der britischen Truppen aus dem Irak abzubringen - wie er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Londoner Zeitung "The Observer" ankündigte - ist indes mehr als fraglich. Derzeit sind noch rund 4.000 britische Soldaten vor allem im Süden des Landes stationiert. Großbritannien hatte bereits erwogen, die gesamte Truppe bis Ende des Jahres zurückzuholen.

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