Mo, 11. Dezember 2017

Wirte ziehen ab

13.06.2008 22:02

20 Pächter in der Wiener Fanzone sperren zu

Trotz der am Donnerstagabend beim Match Österreich gegen Polen mit Besuchern prall gefüllten Wiener Fanzone wird knapp ein Viertel der 86 Gastro-Stände am Samstag geschlossen bleiben. Die Pächter von je zehn Speise- und Getränkehütten haben am Freitagnachmittag beschlossen, aus ihrem Vertrag auszusteigen und morgen ihre Zelte abzubrechen. Sie bekommen ihre Miete anteilsmäßig zurückerstattet.

Die Wirte der Fanzone hatten sich in den vergangenen Tagen massiv über mangelndes Geschäft wegen eines fehlenden Unterhaltungsprogramms beschwert. Nach Streikandrohungen und der abgelehnten Forderung einer Mietreduktion haben 20 Stände beschlossen zuzusperren und die Partymeile zu verlassen. Diesen vorzeitigen Ausstieg hatte die Gastro-Leitung, das Catering-Unternehmen "Impacts", bereits seit Mittwoch angeboten. 16 Betriebe, die zum Teil mehrere Hütten betrieben, hätten sich im Endeffekt dazu entschlossen, so Impacts-Geschäftsführer Christian Chytil.

Die Zelte in der Grillparzerstraße, die bisher wegen ihrer Abgeschiedenheit und den wenigen Besuchern als besonders benachteiligt galten, werden bleiben, erklärte der Gastro-Leiter. Auch am Rathausplatz, dem bisher am Besten frequentierten Standplatz, sieht es so aus. Der Hauptanteil der ausgestiegenen Gastronomen befinde sich am Burgring, auch vereinzelte Wirte am Heldenplatz würden gehen.

Versorgung in der Fanzone gesichert
"Für die Fanzone an und für sich ist es nicht schlimm, es gibt in allen Bereichen noch genügend Versorgung", betonte Chytil. "Die Gäste bekommen weiterhin alles, was sie sich wünschen." Im einem Teilbereich würden die ab Samstag geschlossenen Hütten allerdings abgebaut, einige Stände bleiben. Übernommen werden sie vermutlich von Fanzonen-Wirten, die nicht ausgestiegen sind.

Noch vor dem Aufsperren der Fanzone am Samstag sollen die Wirte, die aufhören, ihre Hütten räumen. Auch der Abbau der Stände erfolge außerhalb der Öffnungszeiten, so Chytil. Wie viele der von der Schließung betroffenen Zelte bleiben sollen und wo auf kulinarische Versorgung verzichtet werden kann, müsse noch berechnet werden.

Hohe Personalkosten
"Alle Gastronomen konnten kalkulieren, ob es sich rechnet oder nicht", sagte Chytil. "Es hat jeder das Risiko abwägen können, ob er jetzt weitermacht." Die Gründe derjenigen, die aufhören, lägen entweder in der Betriebsführung - sprich den hohen Personalkosten - oder der Wahl des falschen Produkts bei den Speisen, zeigte sich der Unternehmer überzeugt. Die bisher vereinbarten Sonderregelungen bezüglich flexiblerer Öffnungszeiten und günstigerer Getränkepreise bis 15.00 Uhr gelten weiterhin. 

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