Fr, 24. November 2017

Fußball-Party

13.06.2008 14:48

Ausgelassener Jubel in Wiener Fanzone

Österreicher und Kroaten im Freudentaumel, obwohl die rot-weiß-roten Anhänger den vergebenen Chancen nachtrauerten - so endete am Donnerstagabend ein durchaus erfolgreicher Spieltag für die Alpenrepublik. Das galt auch für die Fanzonen, wobei jene in Wien mit über 70.000 Besuchern erstmals zum Bersten voll war und kurzfristig gesperrt werden musste. Die Polizei hatte wenig zu tun.

Ein Meer von ekstatischen Österreichern feierte in der Wiener Fanzone mit ohrenbetörenden Jubelrufen das Unentschieden gegen die Polen, als wäre es der EM-Sieg. Bereits bei der Entscheidung für den Elfmeter sausten die rot-weiß-roten Fahnen der zuvor ziemlich entmutigten Fans in die Luft. Als Ivica Vastic das 1:1 gelang, geriet die tobende Menge völlig außer Rand und Band: Hunderte Becher flogen durch die Luft, praktisch der gesamte Rathausplatz lag sich in den Armen. Ans Verlassen der Fanzone dachte vorerst niemand. Lediglich die polnischen Fans - zahlenmäßig in der Minderheit - machten sich still und leise aus dem Staub.

"Elfer hat gepasst"
"Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit", freute sich ein 20-jähriger Österreicher: "Jetzt muss ein Sieg gegen Deutschland her." Kritischer sah es allerdings ein 15-jähriger Fan: "War eh leiwand, nur getroffen haben wir nicht." Zufrieden war er mit den letzten Minuten: "Der Elfer hat eh gepasst." Die Chance für das Viertelfinale beurteilte er aber als nicht gut. "Des schaffen wir schon", war sich hingegen seine weibliche Begleitung sicher.

Frust bei den Polen
Große Enttäuschung dafür im gegnerischen Lager. "Das ist nicht gut für uns", sagte ein 32-Jähriger Pole kurz, und suchte das Weite. "Jetzt sind wir beide, Österreich und Polen Looser mit der gleichen Punkteanzahl", meinte eine 28-jährige, rot-weiß gewandete Besucherin. Gefasster zeigte sich eine 30-Jährige: "Es freut mich schon, dass es ein Remis ist, aber es erleichtert uns die EM nicht gerade."

Polnische Fans zerlegen Sponsor-Auto
Nicht nur ungestüm feiernde Österreicher im Glück, auch schlechte "Verlierer" gab es nach dem Match gegen Polen in der Wiener Fanzone.  Notiz nahm davon kaum jemand, auch Sicherheitskräfte ließen sich nicht blicken. Unübersehbaren Schaden hat auch ein in der Fanzone abgestellter Wagen genommen. Es handelte sich dabei aber nicht um ein zufällig geparktes Fahrzeug, sondern um ein dort ausgestelltes, funkelnagelneues Sportcoupe eines EM-Sponsors. Fans waren auf dem Auto fast während des gesamten Match wie wild herumgesprungen, was große Dellen am Dach zur Folge hatte. 

Euphorische Menge in Innsbruck
In Innsbruck verwandelten sich eben noch enttäuschte Fans innerhalb von Sekunden in eine euphorische Menge. Minutenlang wurde "Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich" skandiert. Der einsetzende Regen schien niemanden zu stören - zumindest aufseiten der österreichischen Fans, die sich über die intakte Aufstiegschance ihres Teams freuten.

Kollektiver Jubel in Klagenfurt
Nach dem Schlusspfiff herrschte in Klagenfurt kollektiver Jubel. "Oh, wie ist das schön", sangen die Fußball-Enthusiasten auf dem Neuen Platz. Insgesamt strömten 100.000 Besucher in den Fanzonen, berichtete die Polizei. "Es war eine sensationelle Stimmung und ein unglaublich friedliches Fußballfest", sagte Bürgermeister Harald Scheucher. Es habe keinerlei gravierende Zwischenfälle gegeben, sondern Partylaune in der ganzen Stadt, bilanzierte Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger. Lediglich einige Betrunkene hätten in die Ausnüchterungszelle gebracht werden müssen. "Aber das passiert bei fast jedem Zeltfest genauso." 

Enormer Andrang in Salzburg
In der Salzburger Fanzone wurde der Ausgleich mit Rufen "Finale, Finale" bejubelt. Der Zutritt wurde trotz des enormen Andrangs (20.000) dann doch nicht gesperrt - zur Halbzeit hatten die Verantwortlichen noch derartige Maßnahmen überlegt.

Austro-Kroaten jubeln
Dass es Kroatien bereits geschafft hat, daran besteht kein Zweifel. "Deutschland, Deutschland, auf Wiedersehen" - die Fans feierten das 2:1 ausgelassen. Viele zogen nach Abpfiff zur Ottakringer Straße, wo es wieder hoch herging. Nach beiden Matches mussten Straßen um die Fanzone wie Opernring und Zweier-Linie für den Abzug der Menschenmassen gesperrt werden.

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