Mi, 13. Dezember 2017

Prozess in Steyr

12.06.2008 11:00

Lebenslange Haft für Mord an Freundin

"Ich sehe nur ihre Augen, das Blut und das Messer in meiner Hand." An weitere Details zum Mord an seiner Freundin Renate W. (27) will sich Muharrem S. (34) nicht erinnern. Beim Prozess in Steyr lamentierte er dafür ausgiebig über seine Drogen- und Spielsucht. Die Geschworenen entschieden rasch: lebenslange Haft (nicht rechtskräftig).
Am 28. September 2007 ging beim Roten Kreuz in Steyr der Notruf von Muharrem S. ein: "Ich habe meiner Frau den Hals abgeschnitten." Einen Mitschnitt ließ Richter Christoph Mayer abspielen. Der Angeklagte hörte sich klarerweise aufgeregt an, jedoch nicht verwirrt.

Unzurechnungsfähig?
Auch auf alarmierte Polizisten wirkte er nicht unzurechnungsfähig. "Er war von Kopf bis Fuß blutüberströmt", erinnert sich ein Beamter. "Die Frau lag nackt am Bett. Mit einer riesigen Wunde am Hals. Auf dem Nachtkasterl lag ein Messer." Renate W. lebte noch. "Sie wollte etwas sagen, hat geholfen, das Blut mit einem Handtuch zu stillen. Dann wurde sie immer schwächer."

Tat im Drogen- und Alkoholrausch
Während dieser Schilderungen blickte der Angeklagte (Verteidiger: Eduard Aschauer) starr vor sich hin. Dass er seine Freundin getötet hat, gibt er zu. "Nachdem ich allein mit ihr in der Wohnung war, wer sollte es sonst gewesen sein?" Er sei unter Drogen und Alkohol gestanden, habe kein Motiv und keine Erinnerung. Atteste bestätigten den Alkohlrausch, bei den Drogen waren sie uneinig. Freunde und Nachbarn sagten aus, dass es oft Streit gab, Renate sich trennen wollte.

Das Urteil: lebenslange Haft wegen Mordes. Der Verteidiger legte Nichtigkeitsbeschwerde ein.

Von Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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