Sa, 18. November 2017

Schaumgebremst

11.06.2008 13:07

Spanier bleiben trotz des Traumstarts am Boden

Die spanischen Fans im Innsbrucker Tivoli-Stadion sprudelten über, doch "La Roja" selbst gab sich am Dienstagabend nach dem klaren 4:1-(2:0)-Auftaktsieg in Gruppe D der EURO 2008 gegen Russland äußerst schaumgebremst. "Wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben", warnte jener Mann, der am meisten Grund gehabt hätte, auf Wolke sieben zu schweben, nämlich der dreifache Torschütze David Villa. "Wir haben das erste Spiel gewonnen, aber es bleiben uns noch zwei Partien und da müssen einen Schritt nach dem anderen machen."

Auch Teamchef Luis Aragones dachte trotz aller Zufriedenheit bereits an die nächste Aufgabe, bei der am Samstag (18.00 Uhr) wieder im Tivoli Schweden als nächster Gegner wartet. Und gegen das Drei-Kronen-Team hatte Spanien in der EM-Qualifikation im Oktober 2006 in Stockholm immerhin mit 0:2 verloren. Das Rückspiel wurde dann 13 Monate später mit 3:0 gewonnen. Der Respekt ist aber geblieben, gaben die Schweden doch am Dienstag mit einem 2:0-Sieg in Salzburg gegen den noch amtierenden Europameister Griechenland ebenfalls ihre Visitenkarte ab.

Präsentiert wurde sie von Zlatan Ibrahimovic, der in der 67. Minute den Ball von der Strafraumgrenze zum 1:0 ins Tor hämmerte. Kein Wunder also, dass "Luis" am Dienstag bereits von einem "sehr schwierigen" Rivalen sprach. Überhaupt schien ihm und den Seinen das Ergebnis von 4:1 in seinem Ausmaß etwas unheimlich gewesen zu sein. Nicht nur, weil das von Konrad Plautz angeführte österreichische Schiedsrichter-Trio im strömenden Regen beim letzten Treffer in der 90. Minute eine Abseitsstellung von Torschützen Cesc Fabregas übersah.

Torres sieht Bescheidenheit als Erfolgsrezept
Liverpool-Striker Fernando Torres, der vor allem vor der Pause die russische Abwehr erfolgreich angebohrt hatte (Villa: "Er hat uns die Dose aufgemacht"), hegte leichte Zweifel: "Ich bin mir nicht sicher, ob es gerecht ist, dass wir 4:1 gewonnen haben." Torres sah die Gründe für den Sieg auch darin, dass sich die Spieler vor dem Match nicht von der Favoritenrolle hatten verrückt machen lassen: "So ein Spiel gewinnst du, wenn du Bescheidenheit und Respekt zeigst."

Aragones bleibt nüchtern
Auch der Teamchef blieb nüchtern: "Wenn man nur auf das Resultat schaut, könnte man glauben, dass es ein leichtes Spiel für uns war. Aber das war es nicht. Die ersten 15 Minuten haben wir uns sehr schwer getan, der Gegner war vor allem physisch enorm stark. Wir haben Glück gehabt, dass sie uns nach dem 1:0 nicht den Ausgleich geschossen haben." Nach dem zweiten Treffer habe sich Spanien aber erfolgreich darauf verlegen können, auf Konter zu spielen.

Daher räumte Aragones ein, dass er mit der bisherigen Arbeit in Tirol recht zufrieden sein kann. "Wir finden immer mehr zu unserem Spiel, zu unserer Identität und wir gewinnen an Moral. Wenn wir einmal den Ball haben, kommen wir ziemlich leicht zum gegnerischen Strafraum. Es ist natürlich bestens als Sieger aus dem ersten Match herauszugehen. Jetzt haben wir unseren ersten Streich erledigt und die Gegner wissen, dass wir es ernst meinen. Aber es kommen noch zwei ganz schwere Spiele."

Schlechte Erfahrungen mit hohen Auftaktsiegen
Dass mit einem guten Auftakt noch bei weitem nicht alles getan ist, hatten die Spanier vor zwei Jahren bei der WM 2006 in Deutschland erfahren. Da fuhren sie im ersten Spiel überraschend furios mit 4:0 über die Ukraine hinweg, auch die weiteren Gruppenspiele gegen Tunesien (3:1) und Saudi-Arabien (1:0) wurden gewonnen, ehe Frankreich bereits im Achtelfinale mit einem 3:1-Sieg alle Träume zunichte machte.

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