So, 19. November 2017

„Krone“-Telefon

10.06.2008 20:35

Zehnjähriger prügelt Mitschüler!

Angst vor der Schule haben zehnjährige Kinder im Innviertel: Nicht vor Lehrern oder Prüfungen, sondern aufgrund eines Gleichaltrigen, der die Klassenkollegen verprügelt - einer musste sogar einen Tag ins Spital. „Da muss die Schule sofort etwas unternehmen“, so Psychologin Agnes Lang am „Krone“-Zeugnistelefon.

„Die Opfer müssen geschützt werden. Hier sind Lehrer, Schulpsychologe und Betreuungslehrer gefordert. Aber auch der kleine Rowdy braucht keine Strafe, sondern dringend Hilfe“, so Lang. Auf jeden Fall muss jemand die Pausen beaufsichtigen, der aggressive Bub am besten ins Konferenzzimmer mitgenommen werden. „Auch das Umfeld des Kindes muss man sich ansehen.“

Gescheitert ist eine Mutter aus dem Großraum Linz mit ihren Vorschlägen, die Kommunikation zwischen ihrem Sohn und der Hauptschullehrerin zu verbessern. Im Gegenteil, sogar die Direktorin verweigerte ihr ein Gespräch. Das kann sich Schulchef Fritz Enzenhofer nicht vorstellen und vermittelte ihr deshalb auch prompt den Termin.

Natürlich bereiten vielen Familien jetzt vor Schulschluss drohende Fünfer große Sorgen. Wie bei einem 12-jährigen Gymnasiasten im Zentralraum, der nach einem Dreier und einem Fünfer auf die Schularbeiten ein Nichtgenügend bekommen soll. „Es zählt ja auch die Mitarbeit“, bedauert der zuständige Schulinspektor, rät zum Gespräch mit dem Lehrer. Allerdings: „Der sagt unserem Sohn auch dauernd, dass er zu dumm fürs Gymnasium ist“, so die Klage der Eltern. Eigentlich ein klarer Fall für die Schulaufsicht!

Frühwarnsystem: An einer Schule in Attnang-Puchheim gab es Probleme mit dem Frühwarnsystem. Jurist Johann Kepplinger erklärt: „Eine Frühwarnung aus dem ersten Semester kann auch im zweiten Semester noch gültig sein. Wenn sich nichts verbessert hat, kann sich die Schule eine zweite Meldung einfach sparen.“ Aber auch ein Fünfer ohne Warnung ist gesetzlich möglich.

Aufstiegsklausel: Aufreger Klausel: Ein Welser Mädchen wollte die Aufstiegsklausel für die sechste Klasse des Gymnasiums nutzen, hatte in einem anderen Fach einen Vierer: „In dem Fall hängt alles am Lehrer, der den Vierer gegeben hat. Er muss entscheiden, ob die Schülerin wegen des zusätzlichen Aufwands im schlechtesten Fach auch den Vierer halten kann“, so unser Experte.

Wiederhol-Verbot: Ein Schüler aus Gschwandt steht in der ersten Klasse der HTL in drei Fächern auf einem Fünfer. Das ist eine Grenze. Unser Experte weiß: „Er darf die Klasse noch wiederholen. Problematisch wird es jedoch ab vier Fünfern!“ Dann darf man nur wiederholen, wenn bei den Neuanmeldungen für das nächste Jahr noch Plätze in Klassen frei sind. Drängen zu viele Jüngere schon nach, darf man nicht mehr hinein.

Ausflug bis in die Nacht: Einen Tagesausflug nach Wien plant die 4. Klasse einer Linzer Hauptschule, wird sogar ein Musical besuchen. Rückankunft in Linz um 2 Uhr früh! Das macht einem Vater Sorgen, zudem ist sein Sohn Asthmatiker, die Strapazen könnten zu viel werden. Muss er mitfahren? „Nein, wenn es die Gesundheit nicht erlaubt“, so Schulchef Enzenhofer. Und die späte Rückfahrt muss mit den Eltern abgesprochen sein.

Zeugnis verweigert: Weil er viele Fehlstunden und auch schlechte Noten hat, droht eine Hauptschullehrerin im Innviertel, einem 14-Jährigen kein Zeugnis zu geben. „Und weil sie ihn nicht mag“, vermutet die Mutter. „Drohungen sind überhaupt nicht erlaubt“, stellt dazu Schulinspektor Rudolf Mattle klar. Außerdem: Das Zeugnis kann überhaupt nicht verweigert werden, sogar wenn die Anwesenheit des Schülers sehr gering war.

 

Foto: Chris Koller

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