Do, 23. November 2017

Nach 0:3-Pleite

11.06.2008 11:25

Roberto Donadoni unter Beschuss

Dass Roberto Donadoni nach dem 0:3-"Disastro" am Montagabend in Bern gegen die Niederlande in das Schussfeld etlicher Kritiker kommen wird, war dem Trainer der italienischen Nationalmannschaft durchaus bewusst. Bei der am Dienstagnachmittag in Oberwaltersdorf abgehaltenen Pressekonferenz kam auch die entsprechende Bestätigung.

Flankiert von Verbandspräsident Giancarlo Abete und dessen Vize Demetrio Albertini, die offenbar zur sichtbaren Unterstützung ihres Teamchefs gekommen waren, war der Beginn der PK zunächst nur ein Aufwärmen, wobei Donadoni recht ruhig und gelassen wirkte. Er wiederholte seine schon in Bern getätigten Aussagen, sprach von etlichen Fehlern der Spieler, hatte aber auch eine ansprechende zweite Hälfte gegen eine sehr starke niederländische Mannschaft in Erinnerung, in der die eingewechselten Akteure überzeugten und einige Torchancen herausgearbeitet, aber leider nicht verwertet wurden.

Inzwischen waren die Pfeile gespitzt worden. Falsche Aufstellung und falsches System wurden Donadoni vorgeworfen, wobei es einem Römer Journalisten besonders wurmte, dass Daniele De Rossi nicht zum Einsatz gekommen war und Donadoni geschlossen das Milan-Mittelfeld Gattuso, Ambrosini, Pirlo nominiert und das Roma-Trio De Rossi, Perrotta, Aquilani total links liegengelassen hatte.

Donadoni nimmt schwachen Toni in Schutz
Donadoni meinte nur, er biete diejenigen auf, die im Training die beste Verfassung zeigten und auch am besten zusammenpassten, egal ob jemand viele oder wenige Länderspiele absolviert habe. Den am Montag schwachen Luca Toni nahm er in Schutz, "seine Fitness hat durch die anstrengende Saison verständlicherweise gelitten".

Beim Bayern-Torjäger hofft man bis zur letzten Minute auf seine Abschluss-Qualitäten. Im Übrigen stellten nicht die Journalisten seine Mannschaft auf. Etwas gereizt reagierte Donadoni doch, als ihm ein Medienvertreter mitteilte, das 0:3 sei eines der schwärzesten Kapitel in der italienischen Fußball-Geschichte. "Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben", konterte er.

Materazzi und Panucci angeschlagen
Was das Rumänien-Spiel betreffe, so werde er am Mittwoch sehen, welchen physischen Zustand die gegen die Niederlande eingesetzten Akteure hätten. Änderungen sind also durchaus möglich. Am Dienstag pausierten in der Südstadt Materazzi, der am Montag einen Schlag erhalten hatte, und Panucci (hatte erst eine leichte Knieblessur ausgeheilt), die übrigen neun Spieler der Startelf liefen im Südstadt-Stadion nur aus. Der Rest der Mannschaft absolvierte ein Match auf halbem Spielfeld, wobei auch der 63-fache Internationale Donadoni sowie Co-Trainer Mario Bortolazzi mitkickten.

Präsident Abete hatte in seiner 20-jährigen Verbandstätigkeit schon mehrere Hoch und Tiefs erlebt. "Der Start in die EM war zwar negativ, aber nun heißt es positiv denken und gemeinsam mit aller Macht die Viertelfinal-Qualifikation anstreben", appellierte er.

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