Mo, 20. November 2017

Aus in der Vorrunde

12.06.2008 18:27

Schweiz nach 1:2 gegen Türkei ausgeschieden

Aus der Traum vom EURO-Viertelfinale! Die Schweiz ist nach einer 1:2-Niederlage am Mittwoch gegen die Türkei vorzeitig ausgeschieden. Genauso wie beim 0:1 gegen Tschechien setzte es für die durch zwei Ausfälle geschwächten Eidgenossen eine unglückliche Niederlage, die Arda Turan erst in der Nachspielzeit besiegelte. Zuvor war die Schweiz durch Hakan Yakin (32.) bei strömendem Regen in Führung gegangen, Sentürk (57.) hatte für den Ausgleich gesorgt.

Schon vor dem Anpfiff mussten die Eidgenossen einen herben Rückschlag verdauen. Nachdem Kapitän Alexander Frei für den Rest der EURO ausfällt, musste sein Sturmkollege Marco Streller kurz vor der Partie wegen Leistenbeschwerden w.o. geben. Für ihn nominierte Trainer Köbi Kuhn Derdiyok in die Anfangsformation.

Beide Teams gingen nervös und übervorsichtig in die Begegnung. Schließlich wäre bei einer Niederlage der Traum vom Viertelfinale vorbei gewesen. Fehlpässe und viele Fouls prägten die Anfangsviertelstunde, in der es keine gefährlichen Strafraumaktionen zu verzeichnen gab. Bei einsetzendem Regen versuchten es die Gastgeber zunächst mit Distanzschüssen, doch der türkische Schlussmann Volkan konnte die Versuche von Yakin (23.) und Barnetta (25.) entschärfen.

Packende Regenschlacht
Wie aus heiterem Himmel wäre die Türkei in der 29. Spielminute beinahe in Führung gegangen. Nihat brachte einen Freistoß von rechts mit viel Effet in den Strafraum, Arda köpfte den Ball aus fünf Metern jedoch nur an den Außenpfosten. Dies war gleichzeitig ein Weckruf für die Eidgenossen, die bei strömendem Regen wenig später das 1:0 erzielten: Senderos spielte einen weiten Pass auf Derdiyok, der Volkan umkurvte und in die Mitte spielte. Dort stoppte der Ball kurz in einer Pfütze, doch Yakin reagierte blitzschnell und schob den Ball ins Netz (32.). Allerdings belegten die TV-Bilder, dass der Schütze im Abseits stand.

Ehe sich die Türken versahen, hätten die Schweizer ihre Führung ausbauen können. Behrami flankte von rechts, der völlig allein gelassene Yakin brachte das Kunststück fertig, den Ball fünf Meter vor dem Tor vorbeizuschießen (34.).

Türkei wacht nach der Pause auf
In der Pause schien Türkei-Trainer Fatih Terim die richtigen Worte gefunden zu haben, denn der WM-Dritte von 2002 spielte nun viel druckvoller nach vorne und war sich dessen bewusst, was die Stunde geschlagen hat. Die Schweizer verstärkten die Defensive und ließen dem Gegner nun zu viel Platz im Mittelfeld. Dies sollte sich auch gleich rächen. Nihat spielte sich auf der linken Seite frei, flankte zur Mitte, wo der eingewechselte Semih Sentürk Magnin entwischte und zum Ausgleich einköpfte (57.).

Die Schweizer waren nun gezwungen, wieder auf Offensive umzuschalten. Sie spielten zwar gefällig bis zum gegnerischen Strafraum, doch dann war meist Endstation. Besonders Valon Behrami sorgte für viel Druck im Spiel der Eidgenossen. Die besseren Chancen hatten jedoch die Türken. Unter anderem rutschte Nihat nur knapp an einer präzisen Flanke von Tuncay vorbei (73.).

Yakin vergibt Chance zur Schweizer Führung
In der mittlerweile packenden Partie wirkten die Gastgeber ab der 70. Minute müde und kraftlos. Es schien, als könnten sie nicht mehr nachlegen, sodass die Türkei auf die Entscheidung drückte. Beinahe wäre der Sturmlauf in die Hose gegangen, denn nach einem Ballverlust in der Offensive hatten die Schweizer eine Überzahlsituation von 3:1 vor dem Tor. Doch Volkan parierte mit einer Glanztat den Schuss von Yakin (84.).

Mit der letzten Chance des Spiels verwandelte Arda Turan die Schweiz in ein Meer der Tränen: Der Türke spielte mehrere Verteidiger aus und überwand Benaglio mit einem präzisen Schuss von der Strafraumgrenze (92.).

Die Türken bestreiten am Sonntag ein echtes "Endspiel" um den zweiten Platz in der Gruppe gegen Tschechien.

Die Aufstellungen
Schweiz: Benaglio - Lichtsteiner, Müller, Senderos, Magnin - Behrami, Inler, Fernandes (76. Cabanas), Barnetta (67. Vonlanthen) - Yakin (85. Gygax), Derdiyok

Türkei: Volkan Demirel - Hamit Altintop, Emre Asik, Servet Cetin, Hakan Balta - Gökdeniz Karadeniz (46. Semih Sentürk), Mehmet Aurelio, Tümer Metin (46. Mehmet Topal), Arda Turan - Nihat Kahveci (85. Kazim Kazim), Tuncay Sanli

Tore: 1:0 Yakin (32.), 1:1 Semih Sentürk (57.), 1:2 Arda Turan (92.)

Schiedsrichter: Lubos Michel (Slowakei)

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