Do, 14. Dezember 2017

Roher Rock

10.06.2008 15:25

Korn live in Montreux auf DVD

Seit 1967 trifft sich im schweizerischen Montreux die Crème de la Crème der Jazz-Zunft, um im Rahmen des renommierten Jazz-Festivals sich selbst und die eigene Musik zu feiern. Ella Fitzgerald, Aretha Franklin, Count Basie, Art Blakey, Dexter Gordon, Herbie Hancock oder Lionel Hampton: Sie alle, und noch viele mehr, traten hier bereits auf. Dass auch brachial-tönende Nu-Metaller wie Korn in Montreux aufgeigen, mutet da auf den ersten Blick befremdlich an…

Dass die kalifornischen Rocker trotz allem ihre Daseinsberechtigung haben, beweist das bis in die hintersten Reihen gefüllte Strawinski-Auditorium. Wohl nie zuvor sah man in der Geschichte der legendären Veranstaltungshalle ein derart "gelöstes", das volle Haupthaar so kräftig schüttelndes Publikum. Keine Spur von Reserviertheit – zumindest in den vorderen Reihen.

Neben dem ungewöhnlichen Rahmen ist es jedoch vor allem die Band, die das Konzert im schweizerischen Montreux zu etwas ganz besonderem macht – handelt es sich doch um einen der letzten Auftritte von Korn in Originalbesetzung: Nur wenige Monate später verließ Leadgitarrist Brian "Head" Welch die Band.

"Live at Montreux 2004" bietet daher allen Fans die Gelegenheit, sämtliche bis zum damaligen Zeitpunkt großen Hits der Mannen rund um Jonathan Davis noch einmal "original" zu genießen. "Right Now", "Break Some Off", "Got the Life", "Here to stay" oder "Falling away from me" sind ebenso vertreten wie "Blind", "A.D.I.D.A.S.", "Dead Bodies Everywhere" oder etwa "Y'all want a single". Auch ein Medley aus "Shoots & Ladders", "One" und "Freak on a leash" sowie eine Coverversion von Pink Floyds "Another Brick in the Wall" finden sich auf der insgesamt 75 Minuten dauernden Live-DVD.

Die Musik steht während all dieser Zeit klar im Vordergrund. Auf großflächige Leinwände und anderes multimediales Beiwerk, wie auf der "Live at Hammerstein"-DVD“ zu bewundern, muss man bei der Montreux-DVD leider ebenso verzichten wie auf etwaige DVD-Extras. Der knarzende Slap-Bass Fieldys, die dröhnenden Gitarren-Wände des Duos Head und Munky und selbstverfreilich Jonathans Gesangsdarbietung in 5.1-Sound sowie die gute Bildqualität entschädigen jedoch für diese Mankos.

Fazit: 8 von 10 selbst Jazzer begeisternden Punkten

von Sebastian Räuchle

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