Di, 17. Oktober 2017

Geburtenknick

09.06.2008 19:37

Der Fußball dribbelt Sex ins Abseits

Drei Wochen lang regiert jetzt König Fußball, alles andere muss warten. Offenbar auch der Sex, denn neun Monate nach der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Deutschland brachen die Geburten in Oberösterreich völlig ein: Es gab ein Minus von 10,2 Prozent! Nur ein Sieg Österreichs bei der EURO könnte alles umdrehen.

Denn es gibt auch dafür ein Paradebeispiel: Als Deutschland 1990 Fußball-Weltmeister wurde, trat der Titel die Emotionen los, und ein Dreiviertel Jahr später gab es in unserem Nachbarland einen regelrechten Babyboom.

Bei der WM 2006 in Deutschland war Österreich gar nicht mit dabei, echte Fußballfans ließen sich trotzdem kein Spiel entgehen und fieberten entsprechend mit. Und hatten nach den Matches anscheinend wenig Energie für die private Zweisamkeit übrig, so lässt sich zumindest die Statistik interpretieren. Im März 2007 kamen bundesweit um 6,1 Prozent weniger Kinder zur Welt als im Vergleichsmonat 2006. In Oberösterreich betrug das Minus gar 10,2 Prozent - und das war noch gar nicht der Spitzenwert: In Salzburg und Tirol ging die Anzahl der freudigen Ereignisse gar um jeweils 12,9 Prozent zurück.

Der Psychologe und Ehetherapeut Dr. Maximilian Schallauer aus Walding hat zwar noch kein Paar betreut, dessen Beziehung nur am Fußball zu zerbrechen drohte, er kann sich aber vorstellen: „Grundsätzlich interessieren sich mehr Männer als Frauen für diesen Sport, und es ist durchaus möglich, dass viele Gefühle, die normalerweise auch zum Sex führen könnten, nach einem aufregenden Match vorm TV-Apparat abreagiert sind. Viele möchten dann entspannt nur noch einschlafen.“ Aber vielleicht werden wir ja doch noch Europameister…

 

Foto: Chris Koller

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