Di, 12. Dezember 2017

Regenerierend

09.06.2008 14:37

"Elektronische Pausen" machen produktiver

Eine Studie des Computerspielherstellers PopCap-Games zeigt auf, dass kurze Unterbrechungen des Arbeitsprozesses, um im Internet zu surfen, die Produktivität erhöhen. „Elektronische Pausen“ würden Stress reduzieren und die Konzentration verbessern, heißt es. Damit stellt sich die Studie gegen die weit verbreitete Praxis von Unternehmen, den Zugang zu Social Networks wie Facebook oder MySpace und E-Mail-Services wie GMX oder Yahoo! zu blockieren.

Laut Untersuchungen des auf Arbeitsrecht spezialisierten Unternehmens Peninsula verbieten sieben von zehn Unternehmen ihren Mitarbeitern den Zugang zu Social-Networking-Websites oder spielen sogar mit dem Gedanken, privaten Internetzugang am Arbeitsplatz vollständig zu blockieren.

Für zehnminütige Pausen und weniger Kontrolle der Mitarbeiter spricht sich auch Tomas Chamorro-Premuzic, Psychologe an der Goldsmiths Universität, aus. „Mitarbeitern mehr Freiheiten am PC zu gewähren, kann die Arbeitsmoral fördern und so die Unternehmensgewinne steigern. Zusätzlich zu der Gelegenheit für Angestellte, sich von den Problemen der Arbeit kurz abzulenken, können Arbeitgeber so ein vertraulicheres und angenehmeres Arbeitsklima schaffen“, meint Chamorro-Premuzic, der für PopCap die Untersuchungen durchgeführt hat.

Acht Milliarden Dollar Verluste durch Zugangssperre

Laut der Studie des Spieleherstellers verursachen Einschränkungen des Internetzugangs jährlich einen Produktivitätsverlust in der Höhe von acht Milliarden US-Dollar. Gemacht werden sie aber hauptsächlich um scheinbarer Arbeitszeitvergeudung im Unternehmen vorzubeugen.


Überwachungswahn bei Unternehmen

Fraglich ist, ob diese Studie Unternehmen umstimmen kann, die bisher auf verstärkte Kontrolle ihrer Mitarbeiter gesetzt haben. Diese greifen dabei zu technologisch immer ausgereifteren Methoden. Auf manchen PCs werden sogar Spionageprogramme installiert, damit der Geschäftsführung kein digitaler Schritt ihrer Angestellten entgeht. Manche Programme protokollieren jeden Tastaturanschlag, andere erstellen Screenshots des Desktops. Damit bewegen sich Arbeitgeber allerdings an der Grenze zur Illegalität. Jegliche Maßnahme zur Überwachung von Angestellten muss diesen nämlich auch mitgeteilt werden.
(pte)


Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden