Mi, 22. November 2017

Prinz Poldi

09.06.2008 15:51

Deutschland feiert Doppeltorschützen Podolski

Am Freitagabend hatte Deutschlands Teamspieler Lukas Podolski noch voller Selbstvertrauen angekündigt, "ein paar Tore" machen zu wollen, am Sonntagabend setzte er seine Ankündigung schließlich mit seinem fünften Doppelpack im DFB-Trikot zum 2:0-Sieg gegen Polen im ersten EM-Spiel in die Tat um. "Wir haben ein anstrengendes Spiel gewonnen, jetzt muss es weitergehen. Gegen Kroatien wird es aber schwerer, wir müssen uns sicher steigern, um zu gewinnen", sagte Podolski. Der 23-Jährige machte sich damit nachträglich selbst zwei Geschenke anlässlich seines Geburtstages am vergangenen Mittwoch.

Der Bayern-München-Profi profitierte bei beiden Toren (20., 72.) von Vorlagen seines ebenfalls aus Polen stammenden Clubkollegen Miroslav Klose. Aus Respekt zu seinem Geburtsland verzichtete der in der polnischen Stadt Gleiwitz (Gliwice) geborene Torschütze auf überschwängliche Jubel-Gesten. "Die Polen standen in der Defensive gut, aber vor zwei Jahren (1:0-Sieg bei der WM-Gruppe durch ein Neuville-Last-Minute-Tor) war es schwieriger gegen sie zu spielen, keine Ahnung warum", merkte Podolski an.

Die Anwesenheit eines Großteils seiner Familie (unter anderem Vater und Onkel), zu der er nach dem Spiel lief und sich verabschiedete, dürfte Podolski mit zu Höchstleistungen angetrieben haben. Der 49-fache Teamstürmer wirbelte über die für ihn doch eher ungewohnte linke Mittelfeldseite, auf der er im Team zum ersten Mal im November 2007 gegen Zypern (4:0) gespielt hatte.

Podolski zum "Man of the Match" gewählt
"Lukas hat die beiden Tore erzielt, man weiß, dass, wenn er zum Abschluss kommt, große Torgefahr ausstrahlt. Er kann beide Positionen gut bekleiden", lobte DFB-Teamchef Joachim Löw den "Man of the Match". Allerdings habe nicht nur Podolski, "sondern die ganze Mannschaft" eine gute Leistung abgerufen.

Dass der 23-Jährige ausgerechnet im DFB-Dress, trotz einer nicht optimal verlaufenen Saison mit Bayern München, ständig auftrumpft, kommt für Löw nicht überraschend, wie er erklärte: "Lukas hat auch bei den Bayern gute Leistungen gezeigt und er hat die drei Wochen Vorbereitung optimal genutzt. Er hat ein unglaubliches körperliches Potenzial."

Die Entscheidung für die offensivere Variante mit Podolski im Mittelfeld hinter der Doppelspitze Klose/Gomez war erst am Samstagabend gefallen. "Es war ein Zeichen von Joachim Löw, dass wir uns nicht verstecken und Gas nach vorne geben wollen", betonte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. Lukas habe eine sehr gute Vorbereitung absolviert und sich immer wieder angeboten.

Trotzdem keine Stammplatzgarantie
Eine Stammplatzgarantie wird es für den Doppeltorschützen trotz seiner herausragenden Leistung trotzdem nicht geben. "Auch er muss das jetzt wieder schnell abhaken, ähnlich wie wir den Sieg gegen Polen", sagte Bierhoff. Immerhin steht bereits am Donnerstag das nächste wichtige, wohl für den Gruppensieg entscheidende, Duell mit Kroatien an. "Das wird sehr schwer, da dürfen wir keinen Millimeter nachlassen", so Bierhoff.

Neben dem Trainerteam zollten auch Podolskis Mitspieler der Leistung des nun 27-fachen Teamtorschützen Lob. "Lukas hat sich auf ungewohnter Position, auf der man viel laufen muss, stark eingesetzt und seine Leistung mit zwei Toren gekrönt. Er hat bewiesen, dass er ein Schlüsselspieler für uns sein kann und muss", erwähnte Innenverteidiger Per Mertesacker. Und Außenverteidiger Philipp Lahm fügte hinzu: "Er hat seine Aufgabe sehr gut gemeistert."

Anerkennende Worte kamen auch von den beiden "Sechsern" Torsten Frings und Michael Ballack. "Lukas hat im Mittelfeld gut gearbeitet und genau das gezeigt, was der Trainer von ihm erhofft hat", so der Bremen-Spieler, der aber auch Klose lobte. "Beim ersten Tor hat er ja gar nicht mehr daneben schießen können, das war von Miro sehr gut gemacht." Kapitän Ballack, der diesmal klar im Schatten des Doppeltorschützen stand, freute sich mit Podolski. "Poldi hat das Spiel mit seinen zwei Toren entschieden und auch im läuferischen Bereich eine hervorragende Leistung gebracht", meinte der 31-Jährige.

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