Do, 23. November 2017

Guerillakrieg

09.06.2008 08:29

Chavez fordert FARC zur Waffenruhe auf

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat die linksgerichteten FARC-Rebellen im Nachbarland Kolumbien aufgerufen, ihre Waffen niederzulegen, alle Geiseln freizulassen und den bewaffneten Kampf gegen die Regierung in Bogota zu beenden. Der Kampf der FARC gegen die demokratisch gewählte kolumbianische Regierung sei nicht gerechtfertigt. "Der Guerillakrieg ist Geschichte", sagte er am Sonntag in seiner Radioansprache.

"Zurzeit ist eine bewaffnete Rebellenbewegung in Lateinamerika fehl am Platz", sagte Chavez. An den Rebellenführer Alfonso Cano gerichtet erklärte er: "Ich glaube, die Zeit ist gekommen, alle Ihre Geiseln freizulassen. Das wäre eine großartige humanitäre Geste. Im Gegenzug für nichts." Die Rebellen haben erklärt, sie seien bereit, Geiseln im Austausch gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen in Kolumbien und den USA auf freien Fuß zu setzen.

Eine solche Erklärung von Chavez kommt überraschend, hatte der venezolanische Präsident doch noch vor einigen Wochen Regierungen weltweit aufgefordert, die FARC von ihren Terror-Listen zu streichen. Die Guerilleros sollten als legitime Aufständische anerkannt werden. Der linksnationalistische Chavez hat bestritten, die FARC aktiv zu unterstützen. Sein Aufruf vom Sonntag könnte dabei helfen, die angespannten Beziehungen zur kolumbianischen Regierung wieder zu verbessern.

Der historische Gründer und Anführer der Revolutionären Streitkräfte Koumbiens (FARC), Manuel Marulanda, war im Mai im Alter von 80 Jahren gestorben. Von seinem Nachfolger Cano erhoffen sich die Angehörigen der Geiseln und Politiker der Region eine Entspannung in der Krise.

Größte kolumbianische Guerillaorganisation

Die FARC - mit zeitweise rund 17.000 Mitgliedern nicht nur die älteste, sondern auch die größte kolumbianische Guerillaorganisation - hat mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt. Sie bot bisher an, gegen die Freilassung von 500 gefangenen Gesinnungsgenossen 39 Geiseln aus ihrer Gewalt zu lassen, darunter die Franko-Kolumbianerin Ingrid Betancourt.
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