Mi, 13. Dezember 2017

GP von Kanada

09.06.2008 15:14

Erster Grand-Prix-Sieg für Robert Kubica

Ein Jahr nach seinem lebensgefährlichen Unfall in Montreal hat der Robert Kubica an gleicher Stelle seinen ersten GP-Sieg in der Formel 1 gefeiert und damit auch die WM-Führung übernommen. Der Pole profitierte am Sonntag von einem kuriosen Boxengassen-Crash zwischen Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen und gewann 16,4 Sekunden vor seinem deutschen Teamkollegen Nick Heidfeld den GP von Kanada. Damit wurde auch der erste Sieg für BMW-Sauber zum totalen Triumph. Das chaotische Sensationsrennen komplettierte David Coulthard, der als Dritter vor dem Deutschen Timo Glock (Toyota) den zweiten Podiumplatz für Red-Bull-Racing herausfuhr. Hamilton wurde nach dem Unfall in der Box bestraft und muss beim Frankreich-GP zehn Startplätze zurück.

Der für seine chaotischen Szenen berüchtigte Kanada-GP mit seinem mehrfach nur notdürftig reparierten und äußerst rutschigen Asphaltband begann zunächst programmgemäß. Pole-Mann Hamilton kam im McLaren gut vor Kubica weg und war dem Polen um bereits sieben Sekunden enteilt, als der deutsche Monaco-Pechvogel Adrian Sutil mit Defekt ausrollte. Er parkte seinen kurz sogar brennenden Force India an so ungünstiger Stelle, dass das Safety Car raus musste. Dadurch wurde Hamiltons Vorsprung von fast sieben Sekunden wieder auf null reduziert.

Es war letztlich der Vorfall, der das ganze Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve auf den Kopf stellte. Denn nachdem die Boxenstraße geöffnet worden war, kamen die meisten Frontrunner sofort zum Tanken an die Box.

Hamilton schießt in der Box Räikkönen ab
Die Szene des Tages passierte dann bei der Boxenausfahrt. Während Räikkönen und Kubica ordnungsgemäß nebeneinander an der roten Ampel stehen blieben, übersah der ungestüme Hamilton das Stopp-Zeichen und krachte in das Heck des Ferrari von Räikkönen. Für beide bedeutet dies das Aus, für Hamilton auch den Verlust der WM-Führung. "Ich habe zu spät gemerkt, dass die Ampel rot war. So etwas passiert eben, sorry Kimi", gab sich der Engländer nicht im geringsten peinlich berührt.

Er hätte beim Crash auch Kubica treffen können, aber Hamilton wich nach links aus und traf den Ferrari, während der BMW des Polen unbehelligt blieb. Zunächst profitierte aber Heidfeld, der draußen geblieben war und dadurch von Platz acht plötzlich an die erste Stelle gespült wurde. Weil Kubica dann auch noch im Stau steckte, fuhr der Deutsche soviel Vorsprung heraus, dass er kurz sogar an der Spitze blieb, obwohl bei seinem einzigen Stopp das Auto randvoll getankt hatte.

Harte Strafe for Boxen-Crash
Hamilton ist für den von ihm verschuldeten Unfall noch am Sonntag hart bestraft worden. Der McLaren-Fahrer wird in der Startaufstellung beim Grand Prix von Frankreich am 22. Juni in Magny Cours um zehn Positionen zurückgereiht werden.

Freie Fahrt für Kubica
Heidfeld wurde im schwereren BMW bald von Kubica überholt und ab da hieß wie kurz darauf im Fußball auch in Kanada das Duell Polen gegen Deutschland. Mit am Ende einem klaren Sieg für Polen. Denn als der 23-Jährige aus Krakau freie Fahrt hatte, fuhr er seinerseits so viel Vorsprung heraus, dass er auch trotz seiner zwei Stopps problemlos in Führung blieb. Praktisch mit dem Anpfiff in Klagenfurt fuhr Kubica erstmals in seinem Leben als GP-Sieger über die Ziellinie. Nach 7 von 18 Läufen führt der Pole mit 42 Punkten in der WM vor Hamilton und Felipe Massa (je 38), der im Ferrari Fünfter geworden war.

"Unglaublich. Vor allem der Doppelsieg ist sensationell für BMW-Sauber. Wir waren heute zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle", gab sich Kubica trotz des historischen Momentes gelassen. An die rennentscheidende Szene an der Boxenausfahrt erinnerte er sich so: "Ich dachte nur noch, schau, dass du hier wegkommst."

Coulthard Dritter
Die dritte große Überraschung war der 62. Podiumsplatz für Coulthard, der ebenfalls auf eine Einstopp-Strategie gesetzt hatte. Damit bewies der 37-jährige Routinier, der zur Hälfte des Rennens für eine Runde sogar geführt hatte, dass er doch noch nicht zum alten Eisen zählt. Damit nimmt Red Bull Racing in der Konstrukteurs-Wertung Rang vier ein. "Mit der Strategie haben wir fast alle abgehängt, so etwas hätte ich nie erwartet", gestand der Schotte. Als Achter holte Sebastian Vettel nach heroischem Kampf gegen den McLaren von Heikki Kovalainen Platz acht und einen WM-Punkt für Toro Rosso. Der junge Deutsche soll 2009 Coulthard bei Red Bull ersetzen.

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