Mo, 20. November 2017

Clinton für Obama

08.06.2008 09:30

Clinton: Obama soll ins Weiße Haus einziehen

Einer der längsten und härtesten Vorwahlkämpfe in der Geschichte der US-Demokraten ist zu Ende. Hillary Clinton gestand am Samstag ihre Niederlage offiziell ein und sagte ihrem bisherigen Rivalen Barack Obama ihre volle Unterstützung zu. "Um den Kampf nun fortzusetzen, um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir alle unsere Energie, Leidenschaft und Stärke einsetzen, um dabei mitzuhelfen, dass Barack Obama gewählt wird", betonte die 60-Jährige in Washington vor tausenden Anhängern. Sie rief ihre Unterstützer auf, "für ihn genauso hart zu arbeiten wie für mich". Zugleich dankte sie in einer emotionalen Rede ihren Anhängern für die Hilfe in dem eineinhalbjährigen Wahlkampf.

Clinton mahnte ihre Anhängerschaft, am 4. November für Obama zu stimmen. "Wir dürfen diesen Moment nicht verpassen." Die Wahl sei ein "Wendepunkt" in der US-amerikanischen Geschichte. Nach den mitunter scharfen Angriffen während des Vorwahlkampfes rief sie dazu auf, sich auf die Zukunft zu konzentrieren. "Jeder Moment, den wir mit Rückschau verschwenden, hält uns davon ab, noch vorne zu blicken." Mit Clinton auf der Bühne standen ihr Ehemann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, und die gemeinsame Tochter Chelsea.

Obama bedankt sich für Clinton-Unterstützung
Obama dankte seiner Ex-Rivalin. "Ich bin begeistert, und es ehrt mich, die Unterstützung von Senatorin Clinton zu haben", teilte er auf seiner Webseite mit. Sie habe einen "tapferen und historischen" Wahlkampf geführt. "Unsere Partei und unser Land sind durch ihr Lebenswerk gestärkt, und ich bin ein besserer Kandidat, weil ich das Privileg hatte, in diesem Wahlkampf gegen sie anzutreten."

Fernsehkommentatoren zollten Clinton höchstes Lob für ihre Rede. "Das war ein ganz starker Versuch, ihre Anhänger in das Lager Obamas zu bringen", sagte ein Moderator des Senders MSNBC. "Eine vorbildhafte Rede, in der jemand seine Niederlage eingesteht", urteilte ein anderer. Auch Parteifreunde applaudierten. "Eine großartige Rede", sagte ein demokratischer Politiker. "Clinton hat uns daran erinnert, dass diese Wahl wichtiger ist als sie selbst und Senator Obama."

"Historische Chance"
Clinton betonte die historische Dimension des Duells um die Präsidentschaftskandidatur zwischen ihr und Obama. "Kinder werden heute aufwachsen und es als ganz natürlich ansehen, dass ein Afroamerikaner oder eine Frau, ja, Präsident der Vereinigten Staaten werden kann." Keine Frau ist einer Kandidatur ums Weiße Haus je so nahegekommen wie Clinton. Im Laufe des Vorwahlkampfes stimmten 18 Millionen Menschen für sie.

Der Durchbruch sei nicht gelungen, eine Frau ins Rennen um das Weiße Haus zu schicken, sagte Clinton. "Obwohl wir dieses Mal nicht imstande waren, diese höchste und härteste Glasdecke zu durchbrechen, hat sie - Dank Ihnen - 18 Millionen Risse, und das Licht scheint durch wie nie zuvor."

Demokratischer Wahlkampf kostete 404 Millionen Dollar
Clinton hatte ihre Bewerbung im Jänner 2007 angekündigt. Seither kämpften die beiden innerparteilichen Rivalen um jeden Delegierten und jeden Spendendollar. Sie nahmen an 21 Debatten der Demokraten teil, gaben mehr als 404 Millionen Dollar (259 Mio. Euro) aus und ließen immerhin sechs demokratische Rivalen hinter sich. Obama sicherte sich am Dienstag nach den letzten Vorwahlen in South Dakota und Montana die notwendigen 2.118 Delegiertenstimmen für den Sieg.

Die Entscheidung, ihren Wahlkampf für beendet zu erklären, ließ Clinton jedoch einige Optionen offen. Offiziell hat sie ihre Kampagne nur ausgesetzt, womit ihr die Delegiertenstimmen erhalten bleiben, die sie nutzen könnte, falls sich die politische Lage bis zum Nominierungsparteitag Ende August in Denver überraschend verändern sollte. Darüber hinaus kann sie weiter um Spenden werben, um ihre Schulden abzubauen. Ihre politische Zukunft bleibt jedoch weiter unklar. Zuletzt hatte die Senatorin angedeutet, dass sie möglicherweise auch als Vizepräsidentin kandidieren könnte.

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