So, 17. Dezember 2017

Deutschland - Polen

06.06.2008 14:33

Polizei in Klagenfurt auf alles vorbereitet

Vorsichtiger Optimismus herrscht vor dem brisanten Spiel zwischen Deutschland und Polen bei den Polizeikräften in Kärnten. "Uns war immer klar, dass die Partien in Klagenfurt anspruchsvoll sein werden, wir sind auf alles vorbereitet", sagte Sicherheitsdirektor Albert Slamanig am Freitag vor Journalisten. Am Rande der Begegnung zwischen den beiden Ländern während der WM 2006 in Deutschland war es zu Ausschreitungen und über 400 Verhaftungen gekommen. Slamanig rät außerdem dazu, nicht alle seltsamen Stammtischgerüchte zu glauben, die derzeit kursieren. Allen voran jenes, dass massenhaft Hooligans im Anmarsch sind und sich in Baumärkten mit Ketten eindecken...

"In Klagenfurt wird zehnmal so viel Polizei unterwegs sein wie sonst", sagte Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger. Die gewalttätige Szene in den betroffenen Ländern werde genau beobachtet. Die verschärften Grenz- und Binnenlandkontrollen und der temporäre Wegfall von Schengen hätten auch schon einen Erfolg gebracht. Laut Rauchegger wurde in den vergangenen Tagen bereits ein deutscher Hooligan an der Grenze zu Salzburg "eruiert und zurückgewiesen".

Viele wilde Gerüchte
Slamanig warnte davor, diversen derzeit laufenden Gerüchten unkritisch gegenüber zu stehen und nicht alles zu glauben, was im Internet und an Stammtischen verbreitet werde. Dass sich englische oder polnische Hooligans bereits mit schweren Ketten und anderen Dingen in heimischen Baumärkten eindecken würden, könne er nicht bestätigen. "Solche Geschichten haben leider die Tendenz, ein Selbstläufer zu werden", sagte der Sicherheitsdirektor.

Weiters sind angeblich Hundertschaften von britischen Hooligans auf dem Weg nach Kärnten, um sich an den Kroaten für den Hinauswurf bei der EURO-Qualifikation zu rächen. Die einen wollen schon 150 Engländer in Villach gesichtet haben, andere Quellen sprechen von Briten in St. Veit/Glan oder Ferlach. "Ich habe davon nichts gehört und auch die Polizei hat keine Hinweise, dass sich bei uns gewaltbereite Engländer aufhalten", sagte Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter am Freitag. Auch in Bezug auf den Kettenkauf in den Baumärkten gibt es eine Erklärung: Gastwirte und Standler decken sich damit ein, um ihre Gartentische und Bänke festzuzurren.

Fanströme noch gering

"Es ist noch etwas zu früh, die Fanströme fließen noch äußerst dünn. Das dauert noch, bis sie kommen", sagte Brigadier Konrad Kogler, EURO-Sprecher des Innenministeriums, ", meinte Kogler. Wenig erbaut zeigte sich auch Kogler über die Aktion der polnischen Zeitung "Super Express", die den deutschen Teamchef Joachim Löw und Mittelfeld-Star Michael Ballack mit abgetrennten Köpfen abgebildet hatte. "Unsere Freude ist endenwollend", so der Sprecher. Nicht umsonst: "Das führt natürlich dazu, dass allfällige gewaltbereite deutsche Fans mehr Motivation bekommen", meinte ein Szenekenner.

Einfluss auf den Verlauf des Sonntags in Klagenfurt könnte natürlich auch das Wetter haben: "Wir wären glücklicher, wenn es zu regnen aufhört", sagte Kogler. "Das hebt die Stimmung." Weniger unzufrieden zeigte sich der Brigadier über die gedämpften Temperaturen: "Weil ja heißes Wetter den Durst vergrößert." Was das Risiko alkoholbedingter Auseinandersetzungen vergrößern würde, aber das sagte Kogler nicht.

Regen würde Klagenfurt dem EURO-Sprecher zufolge weder sicherer noch unsicherer machen: Bei nasser Witterung würden zwar die Fans in Lokale verschwinden, was es für die Polizei unübersichtlicher machen würde. Sie befänden sich dann aber in kleineren Gruppen, und das wiederum bedeutet ein geringeres Gewaltpotenzial.

Massive Kameraüberwachung

In Klagenfurt wurden rund 70 Kameras installiert, um etwaige Gewaltausbrüche zu filmen. "Ich hoffe auf grundsätzlich friedliche Spiele und dass wir so wenig wie möglich gebraucht werden", meinte Rauchegger.
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