Sa, 18. November 2017

Bauen am Mond

05.06.2008 14:16

Mondstaub-Beton als Basis für Mond-Teleskop?

Forscher der US-Weltraumfahrtagentur NASA haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich aus Mondstaub eine Art Beton herstellen lässt, um künftig größere Bauvorhaben auf dem Erdtrabanten zu realisieren. Als erstes mögliches Projekt wurde gleich der Bau eines Weltraumteleskops genannt, bei dem das Beton-artige Material zusätzlich mit Aluminium versetzt als Baumaterial für einen monströsen Spiegel dienen könnte. Letzteres halten Wissenschaftler aber für zu hochgegriffen.

Das größte Hindernis bei den Überlegungen für den Bau einer Mondstation war bisher das Baumaterial, das mit dem derzeitigen Stand der Weltraumfähren unmöglich ins All zu karren wäre. Für den "Mondbeton" müssen hingegen nur ein paar Komponenten mitgenommen werden. Für mehr als eine halbe Tonne des Baustoffs müsste man 60 Kilogramm eines speziellen, flüssigen Epoxidklebestoffs und sechs Kilogramm Nanoröhrchen aus Karbonfaser ins All bringen.

Peter Chen und sein Team vom Goddard Space Flight Center der NASA im US-Bundesstaat Maryland möchten aber gar keine Häuser auf dem Mond bauen. Sie fügen dem Beton noch ein wenig Aluminium hinzu und können damit nach eigenen Angaben spiegelglatte Flächen erzeugen. Ein überdimensionales Weltraumteleskop, das man mit einem auf dem Mond gebauten Spiegel mit 20 bis 50 Metern Durchmesser - das Teil, das man nicht von der Erde zum Mond bringen kann - austattet, schwebt ihnen vor. "Mit diesem Verfahren, sind wir nicht länger auf die Kapazitäten einer Rakete angewiesen", jubelt Chen im Fachblatt "New Scientist".

Ein Weltraumteleskop auf dem Mond ist der Traum vieler Astronomen, da es auf dem Erdtrabanten keine störende Atmosphäre gibt, daher auch keine Witterung. Das Weltraumteleskop Hubble befindet sich "nur" etwa 600 Kilometer über der Erde und ist daher störanfällig und in seinen Ausmaßen (Hubbles Spiegel ist zweieinhalb Meter groß) mit der Idee Chens nicht vergleichbar.

"Nicht billig" und "nicht machbar", tönt hingegen der Harvard-Professor Daniel Fabricant. Seiner Meinung nach müssen für ein Weltraumteleskop dieser Größe trotzdem teure Bauteile ins Weltall gekarrt werden, die etwa eine motorbetrieben Ausrichtung des Spiegels ermöglichen. Noch dazu müsste der aus dem glatten Mondbeton gebaute Spiegel absolut genau gearbeitet werden, was unter den Bedingungen auf dem Erdtrabanten unmöglich erscheint. Aber immerhin kann Chen ein paar Mondhütten bauen...

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden