Mo, 11. Dezember 2017

"Mit allen Mitteln"

04.06.2008 10:56

Olmert will Bush zu Militäreinsatz drängen

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert will einem Zeitungsbericht zufolge US-Präsident George W. Bush dazu drängen, noch vor Ende seiner Amtszeit militärisch gegen den Iran vorzugehen. Die israelische Zeitung "Yedioth Ahronoth" meldete am Mittwoch unter Berufung auf Vertraute Olmerts, dieser wolle Bush sagen, dass die Sanktionen keinen Erfolg gebracht hätten. Olmert sei der Ansicht, es gebe gegenwärtig eine "dringende Notwendigkeit zur Aktion". Er glaube, dass das "Fenster der Gelegenheit" vor einer möglichen Aufrüstung des Irans mit Atomwaffen nur noch sehr klein sei.

Olmert hatte am Dienstag in Washington vor Repräsentanten der pro-israelischen Lobby AIPAC den Iran als "ernste und unmittelbare Bedrohung für die globale Sicherheit und Stabilität" bezeichnet. Das Land rufe offen zur Auslöschung Israels auf und bemühe sich aktiv um eine Aufrüstung mit Nuklearwaffen. Zudem unterstütze der Iran "fast jede Terrororganisation im Nahen Osten". "Die iranische Bedrohung muss mit allen Mitteln gestoppt werden", betonte Olmert, der am Mittwoch mit US-Präsident Bush zusammentrifft.

US-Außenministerin Condoleezza Rice betonte in ihrer Ansprache vor der AIPAC, dass das Bündnis der USA mit Israel "unteilbar und unzerbrechlich" sei. Sie zweifle an der Erklärung des Irans, der zufolge das Atomprogramm nur für die zivile Nutzung gedacht sei. Rice sprach sich für eine Ausschöpfung harter diplomatischer Mittel gegenüber dem Iran aus.

"Wenn die Führer des Irans glauben, dass sie ihre nationalen Interessen durch Lügen und Betrügen und Terror vorantreiben können, dann wird dies nur ihre Isolation vertiefen und den Preis erhöhen, den ihr Staat zahlen muss", sagte Rice.

Ahmadinejad setzt Angriffe gegen Israel fort
Mahmoud Ahmadinejad hat unterdessen am Mittwoch seine Angriffe gegen Israel fortgesetzt. Am Rande des Welternährungsgipfel in Rom betonte der iranische Präsident, dass die Position des Iran bezüglich "des zionistischen Regimes" zum Wohle aller Nationen sei. "Die Verbrechen, die in Palästina begangen werden, schaden der ganzen Menschheit. Diese Verbrechen müssen enden. Wir behaupten nur, dass dieses Besatzungsregime beendet werden muss", so Ahmadinejad.

Der Präsident zeigte sich überzeugt, dass sich die Beziehungen mit den USA nach Ende des Mandats von George W. Bush ändern werden. "Der neue Wahlsieger wird eine andere Haltung einnehmen. Der neue US-Präsident wird Antworten für die wahren Bedürfnisse des amerikanischen Volkes haben müssen. Die USA haben die Brücken mit uns abgebrochen, in der Hoffnung, uns würde der Sauerstoff ausgehen. Heute ist der Iran hingegen ein fortgeschrittenes Land", sagte Ahmadinejad.

Bereits am Dienstag hatte Ahmadinejad Israel scharf kritisiert: "Die Völker Europas haben am meisten Schaden durch die Zionisten erlitten", sagte er. Auf den europäischen Schultern lägen heute die politischen und wirtschaftlichen Kosten für diese "gefälschte Regierung", fügte er mit Bezug auf Israel an.

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