Mi, 22. November 2017

Wahre Zuckerfallen

03.06.2008 13:36

Wellness-Getränke enthalten viel Zucker!

Nicht nur Limonaden und Eistees, sondern auch Wellness-Wässer können nach einem neuen Test der Arbeiterkammer (AK) eine ganz ordentliche Portion Zucker - und damit Kalorien - enthalten. Die Vöslauer Biolimo Orange kommt demnach auf ein Äquivalent von 17 Stück Würfelzucker pro Liter, Römerquelle Emotion Jostabeere kalorienarm immerhin noch auf elf; dagegen ist in ActiWell Blutorange Koriander bloß der Gegenwert von drei Stück Würfelzucker enthalten, dafür aber die künstlichen Süßstoffe Cyclamat, Acesulfam und Saccharin.

Noch dicker kommt es erwartungsgemäß bei den klassischen Limonaden und Eistees: Ein Liter Schweppes Bitter Lemon offeriert einen Gehalt von satten 35 Stück Würfelzucker, der Liter Coca Cola immerhin 29. Clever Eistee Zitrone schlug im AK-Test das Konkurrenzprodukt Wake Up Eistee Pfirsich mit einem Äquivalent von 25 Stück um einen Würfelzucker nur haarscharf.

Warnung vor "Light"-Getränken
Die AK warnt aber auch bei "Light"- oder kalorienarmen Getränken: Werden etwa Wellness-Getränke auf Mineralwasserbasis als "ohne Zuckerzusatz" beworben, bedeute das nicht, dass sie zuckerfrei seien, sondern lediglich, dass kein Extra-Zucker zugesetzt wurde. Der Zuckeranteil stamme aus den Fruchtsaftanteilen. "Auch Light-Getränke sind oft noch deutlich zuckerhältig, wie der AK Test zeigt", erklärte AK-Konsumentenschützer Heinz Schöffl.

"Fructose" nicht gesünder
Auffallend war auch, dass bei kalorienarmen Eistees und beim kalorienarmen Wellness-Wasser als Zuckerquelle überwiegend "Fructose" verwendet werde. Hingegen sei in der Zutatenliste bei normalen Limonaden und Eistees "Zucker" angegeben. "Fructose klingt für Konsumenten gesünder, tatsächlich besteht aber in Hinblick auf den Kaloriengehalt kein Unterschied zwischen Fructose und anderen Zuckern", so Schöffl.

Künstliche Süßstoffe
Die Österreicher trinken durchschnittlich rund 82 Liter Limonade im Jahr.  Neben Zucker enthalten diese Getränke häufig auch künstliche Süßstoffe. "Konsumenten sollten allerdings nicht all zu viel von den künstlichen Süßstoffen zu sich nehmen", betonte der Konsumentenschützer, "vor allem bei Kindern ist Vorsicht geboten." Wenn etwa ein Kind mit 20 Kilogramm einen Liter Limonade mit den zulässigen Höchstgehalt an Saccharin trinke, sei die maximale tägliche Aufnahme an Saccharin erreicht. Bei Acesulfam würde schon ein halber Liter reichen.

Die meist verwendeten künstlichen Süßstoffe sind laut AK Cyclamat E 952, Acesulfam E 950, Saccharin E 954, Aspartam E 951. Eine Erhebung der AK im November 2007 zum Süßstoffgehalt in Erfrischungsgetränken zeigte, dass die enthaltenen Süßstoffmengen häufig nicht an die Höchstwerte herankamen. "Konsumenten sollten allerdings beachten, dass künstliche Süßstoffe auch in sehr vielen anderen kalorienreduzierten Produkten enthalten sind", so Schöffl.

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