Di, 21. November 2017

Wilder Faustangriff

03.06.2008 09:05

Vorarlberg: 36-Jähriger attackiert Landesbeamten

Wüste Szenen wie aus einem Prügel-Film im Vorarlberger Landhaus: Einen Faustschlag mitten ins Gesicht setzte es für einen 60-jährigen Beamten der Fremdenpolizei. Ein 36-jähriger Bosnier hatte das Büro für Inneres aufgesucht, um österreichischer Staatsbürger zu werden.

Der Amoklauf ereignete sich am Montagvormittag gegen neun Uhr im zweiten Stock des Regierungsgebäudes im Ländle: Während ein Sachbearbeiter der Abteilung Inneres gerade indisponiert war, schlich ein Bosnier in sein Zimmer und nahm auf dem Sessel des Beamten Platz. "Als mein verblüffter Mitarbeiter sein Büro betrat, ersuchte er den ungebetenen Gast, sofort hinauszugehen", so die Abteilungsleiterin Dr. Elfi Rauch-Eiter. Doch statt der Aufforderung nachzukommen, stürzte sich der 36-jährige Kraftfahrer auf den Beamten und prügelte wie wild auf ihn los. "Wir haben die Hilfeschreie gehört und sind sofort ins Zimmer gestürzt", schilderte ein Kollege. Es gelang ihm, den tobenden Bosnier vom blutenden Opfer zu zerren und ihn auf den Gang zu bringen.

"Ein Bundesheersoldat, der zufällig vorbeikam, half uns, den Amokläufer bis zum Eintreffen der Polizei zu fixieren", schilderte die Juristin. Während der Bosnier zur Einvernahme abgeführt wurde, brachte die Rettung den Verletzten ins Spital. Diagnose: Nasenbeinbruch, schwere Prellungen und Abschürfungen. "Mein Mitarbeiter muss jetzt mehrere Wochen in den Krankenstand", sagt Rauch-Eiter.

Das Motiv für den Angriff dürfte im anhängigen Verfahren liegen. "Der Bosnier hat vor drei Jahren einen Antrag auf Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft gestellt. Er hat bereits eine Niederlassungsbewilligung und eine Arbeitserlaubnis", so der zuständige Landesrat Erich Schwärzler zur "Krone". Nach dem Amoklauf im Landhaus dürften die Chancen darauf, dass der 36-Jährige den neuen Pass jemals aus den Händen des Regierungsmitglieds erhält, null sein. "Bei uns herrscht sicher nicht das Faustrecht", so Schwärzler.

Florian Hitz, Kronen Zeitung und krone.at

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