Fr, 15. Dezember 2017

Unerwünscht

04.06.2008 10:13

USA ziehen Schiffe von der Küste Burmas ab

Weil sie sich nicht an Hilfsaktionen für die Opfer des Zyklons beteiligen dürfen, haben die USA den Abzug ihrer Schiffe vor der Küste Burmas angekündigt. Die "USS Essex" und mehrere Begleitschiffe würden die Küste am Donnerstag verlassen, erklärte Admiral Timothy Keating, Oberbefehlshaber des US-Militärs im Pazifik.

Man habe insgesamt 15 vergebliche Versuche unternommen, eine Genehmigung für Hilfsaktionen zu erhalten. Die staatlichen Medien in Burma hatten berichtet, es drohe eine Invasion der USA, die die Ölvorräte des Landes in ihren Besitz bekommen wollten.

Junta verzögert Hilfseinsatz von UN-Hubschraubern
Die Militärjunta in Burma macht internationalen Helfern die Arbeit für die Zyklon-Opfer unterdessen weiter schwer. Neun der zehn Hubschrauber, für deren Einsatz das Welternährungsprogramm (WFP) schon vor zwei Wochen grünes Licht erhielt, stehen immer noch in Thailand. "Wir brauchen die Hubschrauber dringend, vor allem, um Nahrungsmittel zu den Dörfern im Delta zu bringen", sagte WFP-Sprecher Paul Risley am Mittwoch in  Bangkok. Die UN-Organisation hofft, dass die nötigen Papiere bis Ende dieser Woche fertig sind.

Opfer aus Notunterkünften vertrieben
Aber auch vor der eigenen Bevölkerung macht die burmesische Militärdiktatur keinen Halt. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) geht das Regime nun daran, zahlreiche Wirbelsturmopfer aus ihren Notunterkünften zu vertreiben. "Es ist skrupellos von Burmas Generälen, Sturmopfer in ihre zerstörten Wohnorte zurückzubringen", sagte HRW-Asien-Direktor Brad Adams in Bangkok. Ohne Obdach, Nahrung und sauberes Wasser bedeute das, diese geplagten Menschen geradezu in den Tod zu schicken und eine noch viel größere Katastrophe herbeizuführen.

Auf "Schokoladenriegel" nicht angewiesen
Das Regime hatte zuvor scharfe Kritik an der ausländischen Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms geübt und erklärt, die Bevölkerung komme auch ohne die "Schokoladenriegel" ausländischer Helfer zurecht. Der von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi angeführten Demokratiebewegung warf die Militärjunta vor, die Folgen des Wirbelsturms zur Anstiftung eines Aufruhrs nutzen zu wollen. Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie (NLD) versuche, "die Unzufriedenheit der Opfer und die Probleme zu schüren, damit die Wut der Öffentlichkeit in Aufruhr ausartet", hieß es in einem Leitartikel des Junta-Organs "The New Light of Myanmar". Der Hausarrest für Suu Kyi wurde in der vergangenen Woche um ein weiteres Jahr verlängert.

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