Sa, 18. November 2017

Hinten anfällig

02.06.2008 14:27

ÖFB-Spion Zsak: „Polen ist kein Wunderteam“

Als Leo Beenhakker nach 88 Minuten einen ins Out springenden Ball mit der Ferse stoppen wollte, spiegelte dies das 1:1 der polnischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Dänemark hervorragend wieder: Der niederländische Trainer verfehlte den Ball. Österreichs Gruppengegner zeigte im letzten Test vor der anstehenden EURO am Sonntag in Chorzow eine dürftige Offensivleistung und erwies sich gegen die Skandinavier auch in der Defensive als nicht immer sattelfest. Nicht nur ÖFB-Spion Manfred Zsak erkannte: "Wunderteam ist Polen keines."

"Es war eine durchwachsene Partie", meinte Österreichs U21-Teamchef, der Polen bereits im Rahmen des Doppel-Tests in Reutlingen gegen Mazedonien (1:1) und Albanien (1:0) beobachtet hatte. "In der ersten Spielhälfte war Dänemark besser, in der zweiten war es dann ausgeglichen. Man hat aber auch gesehen, dass sich so kurz vor der EM keiner mehr wehtun will." Schwachstellen ortete Zsak in der Innenverteidigung der Polen, in welcher der Austrianer Jacek Bak gesetzt scheint.

"Man hat heute wie auch gegen Mazedonien und Albanien gesehen, dass sie bei tiefen Pässen durch die Mitte anfällig sind", meinte Österreichs langjähriger Teamverteidiger. Offensiv habe Polen trotz der Unterstützung von 40.000 Fans in Feierstimmung kaum etwas gezeigt. Auszugehen sei laut Zsak deshalb davon, dass Beenhakker in den letzten sechs Tagen vor dem Auftakt gegen Deutschland vermehrt Standardsituationen und Freistöße trainieren lassen wird.

Smolarek: "Wir haben schon an Deutschland gedacht"
Die Spieler schienen mit dem Kopf jedenfalls bereits auf den 8. Juni eingestellt. "Wir haben alles versucht. Aber wir haben schon an Deutschland gedacht, da werden wir härter kämpfen", meinte Stürmer Ebi Smolarek, der mit einem Pass den Ausgleich durch Jacek Krzynowek (42.) vorbereitet hatte. Ansonsten blieb Polens Star ebenso wie Kapitän Maciej Zurawski, der auch vom Elfmeterpunkt scheiterte, blass. Auch Bak begab sich auf Ursachenforschung: "Vielleicht hat uns die Spritzigkeit nach den harten Trainingseinheiten in Deutschland gefehlt. Die Hitze hat uns auch zu schaffen gemacht."

Teamchef Beenhakker erinnerte daran, dass auch das niederländische Team am vergangenen Donnerstag gegen Dänemark nicht über ein 1:1 hinausgekommen war - und sparte danach nicht mit Kritik. "Es war alles zu langsam, wir standen zu sehr in der Defensive, um den Ball zu erobern. Das hat mir nicht gefallen", analysierte der 65-Jährige die ersten 45 Minuten treffend.

Beenhakkers Wunsch-Elf gegen Deutschland steht
Seine Wunsch-Elf gegen Deutschland dürfte Beenhakker nach der Spionage-Reise zum Länderspiel der Deutschen gegen Serbien (2:1) schon gefunden haben. Er habe bereits alles im Kopf, verkündete der Erfolgscoach, der auch Humor zeigte. Auf die Frage, ob denn im Hinblick auf die Partie gegen Deutschland eine Woche Vorbereitung genug wäre, antwortete er: "Nein. Ich würde drei Monate vorziehen, aber die UEFA hat gesagt, wie müssen Sonntag spielen."

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