Sa, 16. Dezember 2017

Lieferboykott

02.06.2008 14:10

1.000 steirische Milchbauern streiken

"Jetzt reicht's!", sagt Herbert Kammerhofer, Sprecher der IG-Milch in Bruck an der Mur. Er und etwa 1.000 der insgesamt 5.000 steirischen Milchbauern lassen ab sofort das "Weiße Gold" versiegen. "Unbefristeter Boykott!", heißt es von den verbitterten Bauern, die sich von den Handelsketten "ausgemolken" fühlen.
"Die Deutschen haben den Stein ins Rollen gebracht, dann haben sich 14 andere europäische Nationen angeschlossen", sagt Herbert Kammerhofer, der die Interessen der Milchbauern im Bezirk Bruck vertritt. Und kämpferisch: "In der Steiermark sind es bereits an die tausend, die bis auf Weiteres nichts mehr liefern werden." Gemolken muss trotzdem werden, "aber die Milch wird nicht weggeschüttet, sondern an das Vieh verfüttert. Und natürlich ab Hof verkauft. Von dort aus werden auch Spitäler oder andere Institutionen, die auf Milch nicht verzichten können, ausreichend beliefert."

35 Cent pro Liter Milch
Die Wut der Bauern ist verständlich. "Nimmt man den Literpreis des Jahres 1970, dann müsste der heutige, laut Indexanpassung, 1,50 Euro betragen. Zur Zeit kriegen wir 35 Cent", wettert Kammerhofer. Der Preis würde in Zeiten der freien EU-Marktwirtschaft von den großen Handelsketten diktiert, die damit bei ihren Kunden punkten wollen. "Wir arbeiten heute um knappe fünf Euro pro Stunde, das ist ein Hohn!"

Sie wollen eh nicht viel. "55 Cent pro Liter, dann gehts kostendeckend - für den Käufer würde das ein Mehr von acht Euro im Jahr bedeuten." Den Streik wollen sie durchziehen...

von Werner Kopacka, "Steirerkrone"

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