Do, 23. November 2017

French Open

02.06.2008 09:20

Sensationsmann Gulbis im Paris-Viertelfinale

Teenager Ernests Gulbis aus Lettland, der seit November des Vorjahrs vom Niederösterreicher Karl-Heinz Wetter betreut wird, steht zum ersten Mal in seiner Karriere im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Gulbis darf sich dort mit seinem früheren Trainingspartner Novak Djokovic messen. Der mit 19 Jahren jüngste im Feld verbliebene Tennisprofi bei den French Open gewann am Sonntag gegen den Franzosen Michael Llodra mit 6:4,7:6(4),6:3.

Der Weltranglisten-Dritte und Australian-Open-Champion Djokovic meisterte seine Pflichtaufgabe gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu ohne Probleme und siegte nach kurzer Regenpause 6:4,6:3,6:4 - sehr zum Leidwesen des französischen Fußball-Nationalspielers Franck Ribey. Der Profi vom deutschen Meister Bayern München verfolgte einen Tag nach dem 0:0 der Franzosen in einem EM-Testspiel gegen Paraguay auf der Tribüne das Scheitern seiner beiden Landsleute.

"Noch vor einem Jahr habe ich mich auf Sand ziemlich dumm angestellt", sagte Gulbis. "Ich habe Hartplatz-Tennis auf Sand gespielt. Das harte Training hat sich jetzt ausgezahlt." Der einzige Tennisprofi aus Lettland, der bisher an einem Grand-Slam-Turnier teilgenommen hat, überraschte an den ersten Tagen mit Siegen gegen den als Nummer 7 gesetzten James Blake (USA) und Nicolas Lapentti (Ecuador). Mit Djokovic hatte Gulbis, derzeit ATP-80., als Kind in der Akademie des früheren deutschen Davis-Cup-Kapitäns Niki Pilic in München trainiert. "Ich habe mit Novak trainiert, er war ein Jahr älter und zu der Zeit einfach schon viel ernsthafter und ehrgeiziger als ich. Ich bin halt so zum Training gegangen, aber er hat sich richtig reingehängt", so Gulbis.

"Ich habe mich in allen Bereichen verbessert und auch viel an meiner Physis gearbeitet", sagte Gulbis, der schon bei den US Open 2007 mit einem Achtelfinal-Einzug auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Nadal überlässt bemitleidenswertem Verdasco nur drei Games
Zwei Tage vor seinem 22. Geburtstag hat sich Rafael Nadal mit dem Viertelfinal-Einzug bei den French Open vorab selbst beschenkt. Der dreifache Roland-Garros-Champion aus Spanien setzte sich am Sonntagabend mit 6:1,6:0,6:2 gegen seinen Landsmann Fernando Verdasco durch und feierte den 25. Sieg in Folge auf der Asche von Paris.

Der Tennisprofi aus Mallorca sicherte sich schon vor dem sechsten Erfolg im sechsten Duell gegen Verdasco zudem einen ungewöhnlichen Eintrag ins Tennis-Geschichtsbuch: Nadal ist der erste Spieler, der bei einem Grand-Slam-Turnier viermal in Serie gegen einen Linkshänder spielen musste.

Der Weltranglisten-Zweite Nadal trifft bei der mit 15,6 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung nun auf seinen Landsmann Nicolas Almagro.

Zwei Viertelfinali bei den Damen stehen fest
Die ersten beiden Damen-Viertelfinali bei den mit 15,575.960 Euro dotierten French Open in Paris stehen fest: Die als Nummer 2 gesetzte Ana Ivanovic stürmte gegen die bisher unbekannte Tschechin Petra Cetkovska nach 54 Minuten ohne Gameverlust ins Viertelfinale, in dem sie nun auf Patty Schnyder aus der Schweiz trifft. Ihre serbische Landsfrau Jelena Jankovic (3) musste sich zehn Minuten lang am Arm behandeln lassen, setzte sich unter Schmerzen gegen die Polin Agnieszka Radwanska mit 6:3, 7:6 durch.

Jankovic trifft nun auf eine der Turnierüberraschungen: Carla Suarez Navarro, aktuelle Nummer 132 der Welt, hatte mit Flavia Pennetta (ITA-26) beim 6:3,6:2 wenig Mühe. Die 19-jährige Spanierin, die in Runde zwei Amelie Mauresmo ausgeschaltet hatte, hatte vor Paris in ihrer bisherigen Karriere rund 85.000 US-Dollar (54.810 Euro) an Preisgeld gewonnen. Für den Einzug in die letzten Acht hat sie bereits 132.500 Euro sicher.

Und sollte sich der Gesundheitszustand von Jankovic nicht verbessern, könnte sie durchaus noch weitermarschieren. "Mein ganzer Arm ist eine Katastrophe. Die Schmerzen haben Anfang des zweiten Satzes angefangen und seither waren es Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen", klagte die 23-jährige Nummer 3 des Turniers.

Für Ana Ivanovic war es hingegen ein nicht einmal von ihr erwarteter Spaziergang gegen Petra Cetkovska aus Tschechien, die davor immerhin drei Runden mühelos gewonnen hatte. Sie bemühte sich, das 6:0,6:0 etwas weniger leicht aussehen zu lassen: "Es war viel schwieriger als es vielleicht ausgesehen hat. Ich musste wirklich hart arbeiten und habe fast fehlerlos gespielt", sagte die Vorjahresfinalistin. Für Patty Schnyder wird es im Viertelfinale jedenfalls ganz schwer gegen die bisher ohne Satzverlust gebliebene Weltranglisten-Zweite werden.

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