Fr, 24. November 2017

Hightech-Hochhaus

19.05.2008 14:38

Wolkenkratzer als Hightech-Gewächshäuser?

Um mit der wachsenden Weltbevölkerung Schritt zu halten, suchen Agrarexperten nach neuen Wegen, um platzsparend Nahrungsmittel zu produzieren. Ein Konzept, das leer stehende Bürohochhäuser in Manhattan als "Gemüsebauernhof" vorsieht, hat Dickson Despommier vorgelegt. Der Professor für Umweltforschung an der Columbia-Universität sieht dies als eine Möglichkeit, auf engstem Raum und nahe am Konsumenten Gemüse und Obst anzubauen. Auch Tierhaltung kann sich der Wissenschaftler in einem Hochhaus vorstellen.

Die Glasfronten von Bürohochhäusern, ihre Klima- und Sprinkleranlagen sowie Wasser- und Abwasserleitungen könnten für die neuartige Nutzung einbezogen werden. Lediglich 84 Millionen Dollar soll durch Verwendung vorhandener Strukturen ein derartiger Umbau kosten.

Heizkosten sparen leicht gemacht 
Heizkosten können gespart werden, indem anfallende Pflanzenreste gehäckselt, über die Müllschluckerleitung in die Kellerräume befördert und zu Pellets verarbeitet werden. Die verbrauchernahe Produktion hilft außerdem, Transportkosten zu sparen. Ein 30-stöckiges Hochhaus könnte 35.000 Menschen mit Gemüse und Früchten versorgen.

Tierzucht in Wolkenkratzern möglich
Auch Tierzucht hält Despommier in derartigen Agrartürmen für möglich. Hühner und Schweine könnten in den unteren Etagen gehalten und mit Pflanzenresten aus den oberen Stockwerken gefüttert werden. Der Dung der Tiere könnte wiederum auf den höher gelegenen Anbauflächen als Dünger verwendet werden. So entstünde ein geschlossener Kreislauf.

Mit dieser technischen Herausforderung befasst sich sogar die NASA, die schon lange daran forscht, wie ein annähernd geschlossenes Ökosystem aufgebaut sein muss, um Astronauten mit Sauerstoff, Wasser und Grundnahrungsmitteln zu versorgen. (pte)

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