So, 19. November 2017

Pudel am Grab

04.06.2008 14:53

Wirbel um Begräbnis der jüngsten Jacob Sister

Aufregung herrscht nach dem Begräbnis der jüngsten Jacob Sister, die vor wenigen Wochen gestorben ist. Der Grund: Die verbliebenen drei Schwestern, deren Markenzeichen Zeit ihrer Karriere vier weiße Pudel waren, haben die Hunde bei der Beerdigung Hannelores mit zum Grab genommen - und das, obwohl auf dem Friedhof der Stadt Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main in Deutschland Hunde verboten sind. Andere Besucher der Ruhestätte sind verärgert und pochen darauf, dass auch Berühmtheiten sich an die Regeln zu halten haben. Und die deutsche "Bild" stellt gar die Frage: "Haben sie den Friedhof entweiht?"

Der Chef der Friedhofsverwaltung zur deutschen Zeitung: "Hunde haben auf dem Grabfeld nichts verloren. Für die Trauerhalle hatten die Jacob Sisters eine Genehmigung. Dass die Hunde mit am Grab waren, war nicht in Ordnung, wird von uns auch nicht befürwortet." Doch sollten sie die Pudel bei weiteren Besuchen mitnehmen wollen, "sprechen wir die Jacob Sisters genauso an wie alle anderen".

Die 1944 geborene Hannelore Jacob war Mitte Mai in ihrer Wohnung gestorben. Sie habe sich Anfang des Jahres eine Lungenentzündung zugezogen und sei wegen Herzproblemen in ärztlicher Behandlung gewesen. Die älteste Schwester Johanna und Hannelore hatten in den Monaten zuvor in einer gemeinsamen Wohnung gewohnt.

Mehr als 50 Jahre gemeinsam auf der Bühne
Die vier Jacob Sisters, die aus dem sächsischen Dahlen stammen, standen seit mehr als 50 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Ihr Markenzeichen waren vier weiße Pudel. In den 60ern feierten sie international ihre größten Erfolge. Die Schwestern waren aber nicht nur als Quartett zu sehen, sondern zeitweise auch als Trio - ohne die zweitälteste Rosi.

Als "Schmannewitzer Heidelerchen" traten sie schon als Kinder auf - Hannelore war gerade drei Jahre alt -, zunächst im Café des Vaters und bald darauf in der Region Leipzig. Später studierten Hannelore, Eva, Rosi und Johanna an der Musikhochschule in Weimar. Nach der Flucht der Familie in den Westen 1959 setzten die Jugendlichen ihr Studium am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt fort.

Die „vier deutschen Fräuleins“
Ihren ersten Fernsehauftritt hatten die zwischen 1939 und 1944 geborenen Blondinen Anfang der 60er-Jahre im "Blauen Bock" von Heinz Schenk. Mitte der 60er-Jahre gingen die "vier deutschen Fräuleins" in die USA und traten in Abendshows in New York und Las Vegas auf, auch zusammen mit Louis Armstrong, Sammy Davis jr. und Duke Ellington.

Ihre quirligen Auftritte mit Songs in 15 Sprachen verstanden sie als eine Mischung aus Musical, Volkslied, Schlager und Parodie mit Tanz. Zu ihren bekanntesten Titeln gehören "Gartenzwerg-Marsch", "Sing, mein Sachse sing" und "Die Techterchen vom Erich". Außerdem waren sie in den 60ern als Ulknudeln in Blödelfilmen populär.

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