Sa, 21. Oktober 2017

"Verkehrsinsel"

08.05.2008 20:26

Bis 2015 soll Umfahrung Ansfelden fertig sein

Vor mehr als 80 Jahren siedelten sich die ersten Bewohner in der Ansfeldener Napoleonsiedlung an. Mittlerweile gleicht sie einer Verkehrsinsel. Die Luftqualität wird immer schlechter, der Lärm immer schlimmer. Bis 2015 dürfte die West-Umfahrung fertig sein - die Bewohner der 35 Häuser sollen bis dahin abgesiedelt werden. Die „OÖ-Krone“ sprach mit Betroffenen.

Als der alte Ikea-Standort neben die kleine Siedlung in Ansfelden gebaut wurde, glaubten manche Anrainer, dass das alles sein würde - doch dann kam noch das Haid-Center - und immer mehr Verkehr - dazu. Nun ist eine Westumfahrung in Traun geplant. Auch der öffentliche Verkehr soll ausgebaut werden: eine Straßenbahn von Leonding über Traun und Ansfelden bis nach Kremsdorf, wo sie mit der Eisenbahn verknüpft werden soll. „Das wäre eine echte Chance, das Verkehrsaufkommen umweltverträglicher zu machen“, glaubt der grüne Landesrat Rudi Anschober.

Die geplante Umfahrung würde die Situation für die Anrainer der aus 35 Häusern bestehenden Napoleonsiedlung aber weiter verschlimmern. „Durch den Lärm kann man schon jetzt kaum noch im Garten sitzen, man lebt wie auf einer Verkehrsinsel“, klagen viele.

In den nächsten sieben Jahren sollen daher die etwa einhundert Bewohner umgesiedelt werden - in den jetzigen Wasserwald in Ansfelden.

Brigitte Rumpel (61): „Die Abgase haben die Wohnqualität sehr vermindert. Wir werden hier immer mehr eingeschlossen und leben schon fast auf einer Verkehrsinsel.“

Roswitha (63) und Rudolf Planer (68) (Foto): „Wir haben uns diese Idylle hier erkämpft, doch durch den Lärm kann man kaum noch gemütlich im Garten sitzen. Und wenn ein Lastauto vorbeifährt, ist das wie ein kleines Erdbeben. Uns könnte eigentlich nichts Besseres passieren, als dass sie unser Haus ablösen. Wir sind nur zu zweit und überlegen schon wegen eines kleineren Heims.“

Heinrich Hettich (46): „Ich habe kein Problem mit der Umsiedelung, solange natürlich das Angebot passt. Ich möchte mir aber schon selbst aussuchen, wo ich hinziehe.“


Foto: Horst Einöder
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